Adventsbrauchtum

Das religiöse Brauchtum ist im Advent besonders ausgesprägt. Während viele Bräuche in anderen Zeiten des Jahres mittlerweile verblasst sind und ihren Sitz im Leben verloren haben, hat sich vom Adventsbrauchtums vieles bis heute erhalten.

Adventskalender und Adventskranz findet sich nicht nur in Haushalten und Familien mit starker kirchlicher Bindung. Der Kranz aus Tannenzweigen mit vier Kerzen für jeden Adventssonntag ist in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im evangelischen Raum entstanden. Unter Katholiken verbreitete er sich erst etwa hundert Jahre später. In den 20er Jahren tauchte der Adventskranz erstmals in einer katholischen Kirche auf. Heute ist es vor allem in Kindergottesdiensten vielerorts üblich, die Kerzen des Adventskranzes jeweils zu Beginn zu entzünden. Heinrich Rohr komponierte dazu in den 50er Jahren das Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ (GL 223). Viele Adventsbräuche stehen in Zusammenhang mit den Heiligenfesten des Monats Dezember. Die am 4. Dezember, dem Barbaratag abgeschnittenen Zweige beginnen an Weihnachten zu blühen und erinnern so an den Glanz und die Freude, die mit der Ankunft der Erlösers in die Welt kommt.

Einer der populärsten Heiligen der Christenheit ist der heilige Nikolaus. Der Heilige erscheint als Gabenbringer, der aus einem goldenen Buch liest und die Kinder lobt und tadelt. Der Einkehrbrauch ist damit wohl auch ein Echo auf das Motiv des kommenden endzeitlichen Richters, das in der Liturgie der Adventszeit im Mittelpunkt steht.

Banjamin Leven