Die mit Spannung erwartete Enzyklika Magnifica humanitas will sich in besonderer Weise „dem Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ widmen. Sie ist aber keineswegs ‚nur‘ eine KI-Enzyklika. Sie greift vielmehr bewusst – und in einer unerwarteten Ausführlichkeit – die mittlerweile 135-jährige Geschichte der päpstlichen Sozialverkündigung auf und verortet sich in dieser Tradition. Mit Magnifica humanitas steht die ‚Soziallehre der Kirche‘, die bei Benedikt XVI. und Franziskus programmatisch nur eine geringe Rolle spielte, wieder prominent auf der Agenda des Vatikans. Der Beitrag beschreibt das Selbstverständnis, die Grundlagen und die Prinzipien der kirchlichen Soziallehre so, wie sie in der Enzyklika genannt werden. Und er macht deutlich, dass es dem Papst explizit um Perspektiven einer realistisch-nüchternen Politik geht, die nicht zynisch resigniert, aber auch darauf verzichtet, Politik blauäugig in Moral aufzulösen.
Amosinternational, Magnifica humanitas, 5-10