Vom 3. bis 7. Juni wurden in Berlin die mehrtägigen Feierlichkeiten zur Einweihung eines neuen Hindu-Tempels begangen. Der Einweihung war eine rund 20-jährige Planungs- und Bauzeit vorangegangen. Der „Sri-Ganesha“-Tempel, der im südindischen Dravida-Stil erbaut ist, zählt zu den größten Hindu-Tempeln Europas und soll der größte seiner Art in Deutschland sein. Den Titel trug bislang ein Tempel in Hamm.
Der neue Tempel ist der Gottheit Sri Ganesha geweiht. Die zentrale Murti, eine geweihte Statue und bildliche Darstellung einer Gottheit, wurde aus schwarzem Granit im indischen Mahabalipuram gemeißelt. Bei der Einweihung des Tempels wurde der knapp 18 Meter hohe Turm mit Wasser aus dem Ganges und der Spree übergossen. Initiator des Projekts ist Vilwanathan Krishnamurthy (vgl. „G*tt. Mehr als eine Frage“, HK Spezial, Nr. 2/2022, 27–28), der mit weiteren Freiwilligen in Neukölln einen Verein zur Errichtung des Tempels gegründet hatte. Die Kosten von rund 1,1 Millionen Euro wurden nach Vereinsangaben mittels Spenden gedeckt.
In Deutschland leben Schätzungen zufolge etwa 100.000 bis 120.000 Hindus; weltweit sind es rund eine Milliarde. Die meisten von ihnen sind in Indien beheimatet, wo Vertreter der Religion einen großen politischen Einfluss haben (vgl. HK, April 2023, 45–48). Im die Bundesrepublik abdeckenden Religionsmonitor 2023 gaben 44 Prozent der befragten Personen, die sich zum Hinduismus bekannten, an, mindestens mehr als einmal pro Monat einen Tempel aufzusuchen; 37 Prozent beten nach eigenen Angaben täglich. Rund ein Drittel bezeichnete sich als „ziemlich“ oder „sehr religiös“. Drei von vier der befragten Hindus haben einen Migrationshintergrund.