Zu mehr Vertrauen in das Wirken Gottes in unserer Zeit hat Kardinal Rainer Maria Woelki bei dem Glaubensfest „Kommt und seht. Die Eucharistie als Quelle unserer Einheit“ aufgerufen, das am 5. und 6. Juni zum zweiten Mal auf Einladung des Erzbistums in Köln stattfand. Wir müssten Gott wieder zutrauen, wie etwa im ersten Korintherbrief oder in der Apostelgeschichte geschildert, 500 oder 3000 Gläubige an einem einzigen Tag zu gewinnen. Die Kirche müsse „aus dem Modus des Systemerhalts in den Modus der Evangelisierung“ kommen, so Woelki in einem Gespräch mit Moderatorin Tabea Wiemer. Er habe, inspiriert von einem Besuch des anglikanischen „Church Planting“-Projekts in London und unterstützt von missionarischen Mitarbeitern, vier Teams à drei Personen ausgesandt, um neue Gemeinden gerade da zu gründen, wo es kaum noch ein Gemeindeleben gibt.
Laut Erzbistum nahmen insgesamt mehr als 2500 Personen teil, darunter am Freitagvormittag 400 Schülerinnen und Schüler erzbischöflicher Schulen. Das Fest sei eine „Einladung an Menschen aller Altersgruppen, ihren Glauben zu vertiefen oder neu zu entdecken“. Insbesondere junge Menschen, die ohne religiöse Sozialisierung aufgewachsen seien, sollten sich willkommen fühlen. Sie sollten erfahren können, wie sie Jesus etwa in der eucharistischen Anbetung oder Beichte begegnen.
Auf dem Programm standen neben Anbetungen Worship-Musik, Eucharistiefeiern und Keynotes etwa von Father Peter Wojcik aus Chicago, hinzu kamen „Zeugnisse“ von Menschen, die von Erfahrungen mit Jesus berichteten, sowie Workshops zum Glaubensleben. Den Auftakt bildete die Feier von Fronleichnam am Kölner Dom mit Prozession, als Höhepunkte wurden ein Abend der Barmherzigkeit sowie ein Konzert der christlichen Band „Könige und Priester“ genannt.
2025 hatte „Kommt und seht“ erstmals unter dem Motto „Die Eucharistie als Quelle unserer Hoffnung“ stattgefunden. Damals nahmen laut Erzbistum rund 1000 Menschen teil. Die Nachfolgeveranstaltung ist unter dem Motto „Die Eucharistie als Quelle der Schönheit“ für Ende Mai 2027 geplant. Die Feiern sollen auch auf das 750-jährige Jubiläum der Fronleichnamsprozession in Köln 2029 vorbereiten.