Die Kirche bekennt die Beichte seit dem Konzil von Trient als eins der sieben Sakramente. Es ist ein Zeichen, aus dem die Herrlichkeit und die Gnade Gottes erfahrbar wird.
Das Beichtgespräch beinhaltet, im Verständnis der Kirche, vier wesentliche Elemente: Reue, Bekenntnis, Genugtuung und die Absolution.
In der persönlichen Reflexion des Lebens und des Handels finden sich möglicherweise Anliegen, bei denen man sich bewusst von sich, den Mitmenschen oder der Kirche entfremdet hat. In solchen Situationen, in denen bewusst Sünde erkannt wird, und sofern ein Umkehrwillen vorliegt, spricht die Kirche von Reue.
Im Schritt des Bekennens werden alle Anliegen offen angesprochen und bekannt. Nach dem Konzil von Trient müssen nur Todsünden bekannt werden. Lässliche Sünden zu bekennen ist notwendig nicht erforderlich.
Die Genugtuung ist eine Empfehlung vom Priester, die nicht als „Entschädigung“ verstanden werden sollte. Sie soll die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen stärken.
Im Zentrum des Sakraments steht die Präsenz Jesu Christi, die durch den Priester (ex opere operato) repräsentiert wird. Er vollzieht die Lossprechung beziehungsweise die Absolution. In ihr werden dem Sakrament-Empfangenden seine Sünden vergeben und er wird mit Gott versöhnt.
Vielen Katholik:innen begegnen der Beichte erstmalig vor der Erstkommunion und der Firmung, wenn sie, im Rahmen der Vorbereitung, dazu eingeladen werden. Es ist ein Gespräch mit dem Priester, das durch das Beichtgeheimnis, einen Raum für persönliche Anliegen öffnet. Das Gespräch endet und wirkt möglicherweise noch nach.
Die Beichte ist für gefirmte Katholik:innen zumindest einmal im Jahr zum Osterfest vorgesehen, um versöhnt auf das höchste Fest des Kirchenjahres zuzugehen.
Eine besondere Form das Beichtsakrament zu empfangen ist die sog. „Andachtsbeichte“. Das Besuchen der Beichte, in regelmäßigen Abständen, ermöglicht lässliche und Todsünden zu beichten und soll der persönlichen Erbauung dienen. Besonders das Praktizieren des Papstes Johannes Paul II. verlieh diesem Format Prominenz.