Anzeige: Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird. Von Annette Jantzen

Artikel

Online

  • Worte gegen den ZeitgeistBefreiende Buße

    Das Wort Buße hat einen schlechten Klang im gegenwärtigen Christentum. Die Erinnerung daran, dass es eine unverzichtbare Dimension des Christseins bezeichnet, deren Wegfall dieses einer seiner wichtigsten Kraftquellen beraubt, ist weithin verschwunden. Dieser Ausfall findet zwar durch die traumatischen Erfahrungen, die viele der Älteren mit der kirchlichen Bußpraxis machten, eine teilweise Erklärung. Doch erschließt sich auch den Jüngeren, die mit der Rede vom Zorn Gottes über die Sünde und der unheilvollen Situation der Gottferne keine seelischen Erlebnisse mehr verbinden, kein leichterer Zugang zum Geschehen der Buße.

  • Die Beichte als Chance für die Befreiung von Schuld"Darum bekannte ich dir meine Sünde"

    Wenn wir schuldig geworden sind, wird unsere Seele nicht ruhen, bis wir uns unserer Schuld gestellt haben, uns mit ihr auseinandersetzen, zu unserer Schuld stehen und die Wege beschreiten, die uns von der Schuldenlast befreien können. Solange wir das nicht tun, wird die Schuld wie eine Last auf uns und unserer Seele liegen und uns beschweren. Die Beichte, bei der uns die Möglichkeit der Schuldvergebung angeboten wird, kann zu einem befreienden Augenblick werden, an dem unsere Auferstehung stattfindet.

2026

2018

  • Fluch oder SegenSchuldbekenntnis

    Nach einer Sonntagsmesse kam ein Ehepaar gesetzten Alters, das Sonntag für Sonntag in der Messe war, zu mir und erklärte, das Confiteor beim Bußakt am Beginn der hl. Messe nicht mitbeten zu können. Denn zur Sünde gehöre, dass man sich dessen bewusst sei und dennoch das Unrecht tun wolle. Das sei bei ihnen nicht der Fall, folglich würden sie Gott belügen, wenn sie im Gebet Sünden, noch dazu solche schwerer Schuld, bekennen. Diese Rede ernsthaft gläubiger Christen hat mich nachdenklich gemacht.

  • Wege zu einer Kirche der Versöhnung bahnen„Lasst Euch mit Gott versöhnen“ (2 Kor 5,20)

    Wir glauben an einen Gott, der sich radikal den Menschen zuwendet, der die Versöhnung will und bewirkt. Das ist das Signal unseres Glaubens für alle Menschen in der ganzen Welt und eine Botschaft, die weit über das hinausgeht, was wir an kirchlichen Aktionen in den Blick nehmen. Versöhnung wäre meines Erachtens auch das Thema, das unserer Kirche Glaubwürdigkeit und Relevanz zurückgeben könnte.

2017

  • Das Durcheinander von Verantwortung und Hilflosigkeit überwindenDie Krise der Schuld und Gottes erfinderische Liebe

    In der Schulderfahrung ist der schuldige Mensch immer auch selbst der Betrogene, der Enttäuschte, der Verzweifelte. Darin liegt die Tiefe der Sinnbedrohung und der möglichen Verzweiflung, die der erfährt, der schuldig wird: häufig als Folge eines Gemisches von gesellschaftlichen, psychischen oder körperlichen Zwängen, persönlichem Versagen und Hilflosigkeit. Deshalb ist die Schulderfahrung eine Krise, die anderen Krisenerfahrungen menschlichen Lebens ähnlich ist. Aber die erfinderische Liebe Gottes gibt auch in dieser Situation Hilfe und Schutz.

  • Buße und Versöhnung im Kontext der GemeindeGemeinschaft des Glaubens

    Viele Christen tun sich heute mit dem Thema Buße und Versöhnung schwer. Entweder ist noch die negativ-drohende Sicht der Buße aus früheren Zeiten präsent, oder es ist überhaupt kein Thema mehr, weil man meint, alles mit sich selbst ausmachen zu können. Bei näherem Hinsehen ist aber das Bedürfnis nach Versöhnung weiterhin vorhanden, und es gibt neue Wege, sie in der Gemeinde zu verwirklichen.

  • Die Bedeutung von Buße und Versöhnung im Kontext der GemeindeVersöhnen kann man sich nicht allein

    Gleich vorweg: Alle Analysen zeigen, dass das Bußsakrament immer mehr aus dem gemeindlichen Kontext verschwindet. Es gibt immer noch Orte und Gelegenheiten, an denen gebeichtet wird. Diese sind jedoch zumeist nicht gemeindlich verortet: Wahlfahrtsorte, Weltjugendgebetstage, Ordenskirchen vor allem im städtischen Raum, in denen durch eine größere Präsenz und Auswahl von Priestern eine zeitunabhängige Möglichkeit (und auch die von den meisten Pönitenten gewünschte Anonymität) gewährt ist. Und es gibt neue Formen von Buße und Versöhnung, die ebenfalls zumeist nicht gemeindlich angebunden sind.

  • Vergebung und Versöhnung im Neuen TestamentWer kann Sünden vergeben?

    Es ist eine eigenartige Geschichte, die das Markusevangelium ziemlich zu Beginn des Auftretens Jesu erzählt (Mk 2,1–12): In einem Haus in Kafarnaum verkündet Jesus „das Wort“. Das Haus ist brechend voll mit Zuhörern, so dass vier Leute, die einen Gelähmten herbeitragen, nicht zu Jesus vordringen können. Da reißen sie in einer spektakulären Aktion das Dach des Hauses auf und lassen den Gelähmten zu Jesus hinunter. Jesus interpretiert diese Tat als Ausdruck großen Vertrauens (meist übersetzt mit „Glauben“). Doch statt den Gelähmten zu heilen, wie man es erwarten würde, spricht er ihn an: „Kind, deine Sünden werden erlassen“ – Vergebung der Sünden statt Heilung?

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Das Sakrament der Beichte

Die Kirche bekennt die Beichte seit dem Konzil von Trient als eins der sieben Sakramente. Es ist ein Zeichen, aus dem die Herrlichkeit und die Gnade Gottes erfahrbar wird.

Das Beichtgespräch beinhaltet, im Verständnis der Kirche, vier wesentliche Elemente: Reue, Bekenntnis, Genugtuung und die Absolution.

In der persönlichen Reflexion des Lebens und des Handels finden sich möglicherweise Anliegen, bei denen man sich bewusst von sich, den Mitmenschen oder der Kirche entfremdet hat. In solchen Situationen, in denen bewusst Sünde erkannt wird, und sofern ein Umkehrwillen vorliegt, spricht die Kirche von Reue.

Im Schritt des Bekennens werden alle Anliegen offen angesprochen und bekannt. Nach dem Konzil von Trient müssen nur Todsünden bekannt werden. Lässliche Sünden zu bekennen ist notwendig nicht erforderlich.

Die Genugtuung ist eine Empfehlung vom Priester, die nicht als „Entschädigung“ verstanden werden sollte. Sie soll die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen stärken.

Im Zentrum des Sakraments steht die Präsenz Jesu Christi, die durch den Priester (ex opere operato) repräsentiert wird. Er vollzieht die Lossprechung beziehungsweise die Absolution. In ihr werden dem Sakrament-Empfangenden seine Sünden vergeben und er wird mit Gott versöhnt.

Vielen Katholik:innen begegnen der Beichte erstmalig vor der Erstkommunion und der Firmung, wenn sie, im Rahmen der Vorbereitung, dazu eingeladen werden. Es ist ein Gespräch mit dem Priester, das durch das Beichtgeheimnis, einen Raum für persönliche Anliegen öffnet. Das Gespräch endet und wirkt möglicherweise noch nach.

Die Beichte ist für gefirmte Katholik:innen zumindest einmal im Jahr zum Osterfest vorgesehen, um versöhnt auf das höchste Fest des Kirchenjahres zuzugehen.

Eine besondere Form das Beichtsakrament zu empfangen ist die sog. „Andachtsbeichte“. Das Besuchen der Beichte, in regelmäßigen Abständen, ermöglicht lässliche und Todsünden zu beichten und soll der persönlichen Erbauung dienen. Besonders das Praktizieren des Papstes Johannes Paul II. verlieh diesem Format Prominenz.

Bußandachten und Versöhnungsfeiern

Es gibt Gottesdienste, vornehmlich in der vorösterlichen Fastenzeit, in denen die Themen Buße und Versöhnung behandelt werden. In einem gestalteten (Kirch-) Raum treffen sich Menschen, um gemeinsam, im Zugehen auf Ostern, über ihre persönliche Beziehung zu Gott, über das Leben oder einzelne Erlebnisse zu reflektieren. Dies wird durch passende Musik, Gebete und möglicherweise einer Mitmachaktion, wie das Niederlegen von Tonscherben, unterstützt.

Aaron Wannrich