Speculum universale. Auswahl aus den Büchern VII–XIV. Tugenden und Komplementärtugenden (Gebundene Ausgabe) Lateinisch - Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und eingeleitet von Stephan Ernst

  • Verlag Herder
  • 1. Auflage 2026
  • Gebunden
  • 416 Seiten
  • ISBN: 978-3-451-02462-7
  • Bestellnummer: P024620
Das Speculum universale des Radulfus Ardens ist die umfangreichste und eigenständigste Tugendethik des 12. Jahrhunderts. Sie besteht aus einer allgemeinen Tugendlehre (Buch 1-5) und einer speziellen Tugendlehre (Buch 7-14); Buch 6 fehlt und ist wohl nie geschrieben worden. Auszüge aus der allgemeinen Tugendlehre wurden in Band 41 von HBPhMA präsentiert. Der vorliegende Band übersetzt Auszüge aus der speziellen Tugendlehre, die sich in zweierlei Hinsicht auszeichnet: Zum einen werden hier erstmals die Tugenden auf der Grundlage der menschlichen Vermögen entfaltet, genauerhin anhand der Vermögen des inneren Menschen (Vernunft, amative, oditive und kontemptive Affekte) und der Vermögen des äußeren Menschen (Sprache, Sinne). Die einzelnen Tugenden und die entsprechenden Laster werden jeweils beschrieben und in zahlreiche Untertugenden aufgegliedert. Zum anderen werden im Hinblick auf die Tugenden jeweils Komplementärtugenden (virtutes collaterales) beschrieben, die gemeinsam die Mitte zwischen zwei Lastern bilden. So bildet beispielsweise die Klugheit (prudentia) gemeinsam mit der Aufrichtigkeit (simplicitas) das komplementäre Tugendpaar zwischen Dummheit (stultitia) und Verschlagenheit (versutia). Dabei verhindert die Aufrichtigkeit, dass die Klugheit zur Verschlagenheit wird, und die Klugheit verhindert, dass die Aufrichtigkeit zur Dummheit wird. Nach diesem Muster führt Radulfus Ardens – in einer theologie- und philosophiegeschichtlich singulären Weise – systematisch zu allen Haupttugenden und vielen Untertugenden jeweils eine Komplementärtugend an. Zugleich reflektiert er das Prinzip der Komplementarität der Tugenden ausdrücklich. Der vorliegende Band übersetzt zentrale Passagen der speziellen Tugendlehre, die einerseits einen Einblick in die Vielfalt und Systematik der Tugenden geben und andererseits die systematische Entfaltung der Komplementärtugenden vor Augen führen.

Übersetzt von Stephan Ernst

Autor

Über das Leben des Magister Radulfus, erst in späteren Handschriften mit dem Beinamen „Ardens“, ist kaum etwas Sicheres bekannt. Seine Herkunft aus Beaulieu-sous-Bressuire bei Poitiers lässt sich ebenso wenig eindeutig belegen wie die Angaben, er sei Kaplan König Richards I. Löwenherz, Archidiakon in Poitiers und Magister in Paris gewesen. Eine Handschrift nennt als Todestag den 12. September, das Todesjahr muss um 1200 liegen. Gemäß seiner Werke gehörte er dem späteren Kreis der Porretaner zu.

Herausgeber

Stephan Ernst

Stephan Ernst

Moraltheologe

Stephan Ernst, geb. 1956, studierte kath. Theologie, Philosophie, Pädagogik und Musikwissenschaft in Frankfurt/Main und Münster. Er promovierte 1986 im Fach Dogmatik bei Peter Hünermann in Tübingen. 1995 erfolgte die Habilitation in Tübingen für das Fach "Theologische Ethik". Von 1999 bis 2022 war er Inhaber des Lehrstuhls für Theologische Ethik - Moraltheologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Würzburg. ​Seit Oktober 2022 ist er Seniorprofessor an besagtem Lehrstuhl.

Thematisch verwandt

Herders Bibliothek der Philosophie des Mittelalters 4. Serie
Zurück Weiter
Einen Augenblick ...
 

Wir haben diesen Titel auf dem Bestellformular für Sie eingetragen

Weitere Titel einkaufen

Zum Bestellformular

Ein Fehler ist aufgetreten.

Bitte haben Sie einen Augenblick Geduld.
 
Weiter shoppen Zum Warenkorb Sie haben einen Artikel in den Warenkorb gelegt. Weiter shoppen Zur Registrierung Sie müssen registriert sein, um die Merkliste nutzen zu können.

Artikel

Ausgabe

Einzelpreis

Menge

Gesamtpreis

Produktbild