SpanienUnversöhntes Katalonien

Noch ist kein Ende im Konflikt um Katalonien abzusehen. Mit scharfen Worten hat nun der Vorsitzende der spanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Ricardo Blazquez von Valladolid, den Abspaltungsprozess kritisiert. Die einseitige Unabhängigkeitserklärung durch die katalanische Regionalregierung bezeichnete er als „Bruch der Verfassungsordnung“, was ihn „zutiefst traurig“ mache. Es sei eine „ernste und beunruhigende Tat gegen unser friedliches Zusammenleben“.

Die Bischofskonferenz folgte der Linie der Madrider Zentralregierung und ließ schon vor Wochen erklären, das Selbstbestimmungsrecht der Völker sei kein Freibrief für die Abspaltung. Allerdings ist auch die Kirche in der Frage gespalten. In der nordöstlichen spanischen Region unterstützen auch viele Katholiken die Separatisten. Mehr als 400 katalonische Priester und Diakone bezeichneten die Volksabstimmung als „legitim und notwendig“. Die Katholiken in Katalonien – das ist dort noch mehr als die Hälfte der Gesamtbevölkerung – sprechen sich je hälftig für und gegen die Unabhängigkeit von Spanien aus.

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