Zweites außerordentliches Konsistorium im VatikanPapst Leo XIV. fordert Unterstützung der Kardinäle

Die Kuppel des Petersdoms
© Pixabay

Beim zweiten außerordentlichen Konsistorium Ende Juni hat Papst Leo XIV. die Kardinäle aufgefordert, ihn bei der Ausübung seines Petrusdienstes zu unterstützen. Zudem rief er zur Zusammenarbeit auf: „Wenn wir lernen, einander zuzuhören, die Verantwortung gemeinsam zu tragen und das Wirken des Geistes in den verschiedenen Kirchen anzuerkennen, verbessern wir nicht nur unsere Arbeitsweise: Wir werden zu einer Kirche, die fähiger ist, den Männern und Frauen unserer Zeit zu begegnen und ihnen die Freude des Evangeliums zu bezeugen.“

Auf der Tagesordnung standen Beratungen zum Thema Synodalität, zur Weltlage, zum Begriff „Gerechter Krieg“ sowie zur Enzyklika „Magnifica Humanitas“. So seien etwa die zunehmende Polarisierung innerhalb vieler Gesellschaften sowie die zunehmende Gewalt und die Missachtung der Religionsfreiheit zur Sprache gekommen, teilte der Vatikan mit. Mit Blick auf die kriegerischen Auseinandersetzungen hielten die Kardinäle fest, es sei notwendig, sich für den Frieden und den Aufbau einer „Zivilisation der Liebe“ einzusetzen.

Insgesamt nahmen 178 Purpurträger an dem Treffen teil. Leo XIV. hatte neben den in einem Konklave wahlberechtigten Kardinälen unter 80 Jahren auch alle anderen Kardinäle aus der ganzen Welt in den Vatikan eingeladen.

Einige der Teilnehmer lobten den Austausch. So seien die afrikanischen Kardinäle alle zufrieden gewesen, sagte Kardinal Antoine Kimbanda aus Ruanda dem „National Catholic Register“. Der ehemalige Präfekt des Glaubensdikasteriums, Gerhard Ludwig Müller, betonte, dass das Kardinalskollegium durch das Konsistorium wieder zu einer ursprünglichen Rolle finden würde. Gleichzeitig kritisierte er die Struktur des Treffens, das mit seinen Tischgruppen das Vorgehen der Weltsynode aufgreift.

Ein nächstes Treffen des Kardinalskollegiums ist für 2027 geplant. Ein genaueres Datum will der Papst Ende des Jahres mitteilen. Im Oktober steht zunächst ein Treffen des Papstes mit den Vorsitzenden der Bischofskonferenzen an, bei dem über das vor zehn Jahren veröffentlichte Dokument „Amoris Laetitia“ beraten werden soll.

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