Die Pläne der Bundesregierung, den Etat des Entwicklungsministeriums erneut zu kürzen, stoßen auf scharfe Kritik der Hilfswerke. Misereor-Hauptgeschäftsführer Andreas Frick kritisierte die Kürzungen als „strategisch kurzsichtig“; Frieden entstehe dort, „wo Menschen Perspektiven haben, wo Hunger bekämpft wird, wo junge Menschen Bildung und Arbeit finden“. „Brot für die Welt“ lancierte eine Petition gegen die Kürzungen. Der Dachverband VENRO analysierte, das Ziel des Koalitionsvertrages, die Zivilgesellschaft im Globalen Süden und das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland zu stärken, werde konterkariert. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan selbst sah trotz „schwieriger Kürzungen“ die Grundlage als gegeben an, „unsere Mittel dort gezielt einzusetzen, wo sie den größten Unterschied machen“. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil verwies auf die Notwendigkeit, Haushaltslücken zu schließen, und sprach von „harten Entscheidungen“.
Laut dem am 6. Juli vom Kabinett beschlossenen Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 soll der Etat auf 9,47 Milliarden Euro sinken; das sind 587 Millionen Euro weniger als 2026. Sein Anteil am Gesamthaushalt fällt auf 1,7 Prozent.