Zwischenergebnisse der Aufarbeitungsstudie zu Kardinal HengsbachForscherteam bestätigt Missbrauchsvorwürfe

In einem dunklen Zimmer fällt ein wenig Licht durch ein Fenster
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Der frühere Essener Kardinal Franz Hengsbach (1910–1991) hat offenbar gegen mehrere Jugendliche sexualisierte Gewalt verübt. Das geht aus den Zwischenergebnissen einer Aufarbeitungsstudie hervor, die ein Forscherteam Ende Juni präsentiert hat. Das interdisziplinäre Team untersucht seit Herbst 2024 Missbrauchsvorwürfe gegen Hengsbach, im kommenden Jahr soll die Studie abgeschlossen werden.

Als wahrscheinlich einzustufen und gut belegt sind demnach Vorwürfe sexualisierter Gewalt gegen drei Mädchen, die damals zwischen 13 und 16 Jahre alt gewesen waren. Konsistent seien zudem Übergriffe gegen mindestens einen weiteren Jungen. Sie lassen sich auf Zeiträume zwischen den Fünfziger- und Achtzigerjahren und Hengsbachs Zeit in Essen und Paderborn datieren. Weitere Vorwürfe werden anhand von Fall-, Personal- und Geheimakten sowie Archivakten und Interviews mit Betroffenen und Zeitzeugen noch untersucht. Laut Studie war das Essener Bistum spätestens seit 2011 über einen ersten Vorwurf gegen Hengsbach informiert: „Mit diesem Wissen wurde jedoch jahrelang nicht adäquat umgegangen.“ Missbrauchsbetroffene haben deswegen nun den zuständigen Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck im Vatikan angezeigt.

Laut einem Zeitungsbericht hat derweil ein DNA-Test den Verdacht entkräftet, Hengsbach könne der Vater eines heute 62-jährigen Mannes sein.

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