Bei einem Empfang der neuen Erzbischöfin von Canterbury, Sarah Mullally, hat Papst Leo XIV. dazu aufgerufen, den ökumenischen Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken weiter voranzutreiben. Es wäre ein Skandal, „wenn wir nicht weiterhin daran arbeiteten, unsere Differenzen zu überwinden, so unüberbrückbar sie auch erscheinen mögen“, sagte der Pontifex. Zwar seien seit der Gemeinsamen Erklärung von Papst Paul VI. und Erzbischof Michael Ramsey vom März 1966 große Fortschritte erzielt worden. Dennoch seien neue Probleme aufgetreten, „die den Weg zur vollen Kirchengemeinschaft erschweren“. So ist in der anglikanischen Gemeinschaft unter anderem die Segnung homosexueller Partnerschaften ein Streitpunkt mit dem Globalen Süden (vgl. HK, November 2025, 21–23). „Dennoch dürfen wir nicht zulassen, dass diese anhaltenden Herausforderungen uns daran hindern, jede mögliche Gelegenheit zu nutzen, um Christus gemeinsam der Welt zu verkünden“, fuhr der Papst in seiner Ansprache fort.
Auch Erzbischöfin Mullally, die als Primas von ganz England und als geistliches Oberhaupt der Church of England seit Ende März im Amt ist, verwies auf die Erklärung ihres Vorgängers. Diese „markiere einen tiefgreifenden Wendepunkt in den Beziehungen zwischen unseren Kirchen“. Sie rief dazu auf, „angesichts unmenschlicher Gewalt, tiefer Spaltung und rasanter gesellschaftlicher Veränderungen“ weiterhin eine hoffnungsvollere Botschaft zu verkünden. Zudem dankte sie dem Papst für sein Friedensengagement und verwies auf dessen kürzlich beendete Afrikareise: Leo XIV. habe „kraftvoll über die vielen Ungerechtigkeiten in unserer heutigen Welt“, aber „noch kraftvoller über Hoffnung“ gesprochen, insbesondere während seines Besuchs in Afrika (vgl. dieses Heft, 9–10).