Auswirkungen von „Fiducia Supplicans“Wie viel Segen für gleichgeschlechtliche Paare darf es sein?

Regenbogenstraße führt auf weit entfernte Kirche zu
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Das Hin und Her zwischen dem Vatikan und den deutschen Bischöfen mit Blick auf die Segnung homosexueller Paare geht weiter. Kardinal Reinhard Marx empfiehlt in einem öffentlich gewordenen Brief vom 10. April 2026 an Priester, Diakone und pastorale Mitarbeiter, die knapp vierseitige Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ vom 4. April 2025 im Erzbistum München und Freising anzuwenden. Dazu nahm Papst Leo XIV. auf eine Journalistenfrage hin am 23. April Stellung. Der Heilige Stuhl habe „deutlich gemacht, dass wir mit der formellen Segnung von Paaren – in diesem Fall homosexuellen Paaren oder Paaren in irregulären Lebenssituationen – nicht einverstanden sind.“ Er halte an den unter Papst Franziskus formulierten Grenzen fest. Zugleich betonte Leo XIV., die Kirche segne alle Menschen. Fragen zur Sexualität stünden nicht im Zentrum der kirchlichen Lehre. Fragen zur Sexualmoral sollten auch nicht über Einheit oder Spaltung der Kirche entscheiden, so der Papst.

Das Dikasterium für die Glaubenslehre veröffentlichte in der Folge einen Brief von Kardinal Víktor Fernández vom November 2024, in dem er kritisiert, dass in Deutschland für solche Segensfeiern nun doch „eine Art von Liturgie oder Paraliturgie angeboten wird“. Am 6. Mai betonte Fernández in „Vatican News“, dass das im Brief Gesagte auch für die aktuelle Handreichung gelte, „der nicht die Zustimmung des Dikasteriums für die Glaubenslehre hat.“ Die Vatikan-Erklärung „Fiducia Supplicans“ habe eine Art Liturgie explizit ausgeschlossen. In diesem Dokument hatte der Vatikan 2023 die Segnung von Menschen in homosexuellen Partnerschaften erstmals überhaupt erlaubt.

Die Bistümer Limburg, Osnabrück und Aachen haben die Handreichung bereits in ihren Amtsblättern veröffentlicht. Der Limburger Bischof Georg Bätzing erklärte, an der Handreichung festhalten zu wollen. Andere Bischöfe in Deutschland dulden die Segnungen, wieder andere genehmigen sie nicht.

Die Bewertungen von Beobachtern gehen auseinander. Einige sehen die deutsche Ortskirche gegen eine vatikanische Wand rennen. Andere erklären, dass der Papst die Kirche in einem wohl durchdachten Balanceakt zusammenhalten wolle. Er habe weder gegenüber Marx eine Mahnung ausgesprochen noch kirchenrechtliche Schritte angedroht.

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