Begleiten und hinterfragen
Zum Zeitgang „Im Dienst der ‚großartigen Menschheit‘“
In einer gemeinsamen Verlautbarung der katholischen und evangelischen Kirche heißt es: „Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.“ Das tut Papst Leo XIV. mit seiner Enzyklika. Es werden nicht nur die Mitglieder seiner Kirche angesprochen, sondern „alle Menschen guten Willens“. Die Hauptanliegen des Papstes sind eine Verbindung der religiösen und der sozialen Dimension unserer Zeit sowie die Ausrichtung auf pastorales Planen und Handeln.
Manfred Glombik, Coburg
Entweder der neue „Turmbau zu Babel“ oder eine neue „Stadtentwicklung Jerusalem“ durch Christsein. Treffender könnte es nicht veranschaulicht werden. Die Grundspannung zwischen philosophischem Menschsein dank Wissen und biblischer Gottesbeziehung dank Glauben ist notwendig. Die christlichen Stadtbewohner sollten den wissenschaftlich-technologischen Turmbau dank KI begleiten und hinterfragen, wie es der Papst in seiner Enzyklika fordert. Es geht darum, wie wir mit „Babel“ und „Jerusalem“ zugleich leben können.
Josef Eisend, Malsch
Es liegt nicht in der Hand und Macht des Menschen, dafür zu sorgen, dass der Computer in dem verbleibe, als was er gemacht worden ist: als Hilfswerkzeug für den Menschen. Die Computernetzwerke entwickeln sich von sich aus weiter. Die Zukunft ist offen. Wird sich der Mensch durch den gemeinsamen Weg eines Tages verändert vorfinden und die Stimme des Computers vernehmen (übertragen aus Joh 15,5): „Getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen“?
Theodor Arbeiter, Hermagor
Beglückend
Zum Artikel „Schule der realen Nähe“
Wer Kinder in die Welt gesetzt hat, befindet sich sofort in der „Schule der realen Nähe“. Gerade kleine Kinder verlangen nach unserer ungeteilten Aufmerksamkeit, erwidern diese Aufmerksamkeit aber auch auf beglückende Weise – und das ein Leben lang.
Klemens Hofmann, Marbach
Nebeneinander
Zum Artikel „Gott offenbart sich in Tora und Geist“
Die Verarbeitung jüdischer Traditionen und ihre Erklärungen durch Heinrike Paulus empfinde ich wenig überzeugend. Können „Tora“ und „Geist“, letzterer christlich verstanden, so einfach auf gleicher Ebene nebeneinanderstehen, wenn es für uns Christen um „Offenbarung Gottes“ geht? Der Verweis darauf, dass Jesus Jude war (heute erfreulicherweise eine Selbstverständlichkeit), darf nicht vergessen lassen, dass Jesus Christus der bleibende Grund des Getrenntseins von Christen und religiösen Juden ist.
Winfried Belz, Wilhelmsfeld
Ausgewogen?
Zum Bericht über den Katholikentag in Würzburg „Aufstehen zum Glauben“
Volker Resing wollte beim Forum mit Bundeskanzler Merz wohl zu gern eine ausgewogene Streitkultur erleben. Nur kein echter Streit und keine echte Demonstration. Für viele gut bürgerliche Katholiken wäre das unfein. Hat er nicht etwas überhört? Kein Wort zu den Aussagen von Herrn Merz, dass weder er noch seine Parteifreunde geäußert hätten, die Deutschen seien faul – um am Ende doch wieder auf das größere Arbeitsvolumen in der Schweiz hinzuweisen. Zu den recht unterschiedlichen Bedingungen verlor er kein Wort. Selbst in der TV-Übertragung waren Unmutsäußerungen der Anwesenden zu vernehmen.
Alfred Dilger, Rees
Brieferlebnisse
Zur Nachricht „Schneckenpost“
Vor 70 Jahren hat unsere Lehrerin in einem Bauerndorf unserer Schulklasse einen Briefkontakt mit dem gleichen Jahrgang in einem andern Dorf vermittelt. Dies war so bereichernd, dass ich das ganze Leben viele Brieffreundschaften auch mit Menschen in andern Ländern gepflegt habe. So habe ich auch ohne die Möglichkeit zu großen Reisen viel Interessantes über andere Menschen erfahren.
Rosemarie Kraus