Der ehemalige Bischof der australischen Diözese Broome, Christopher Saunders, ist nach übereinstimmenden Medienberichten Mitte August von einem Gericht in 13 Fällen sexueller Übergriffe an zwei jungen indigenen Männern schuldig gesprochen worden. In sechs weiteren Fällen wurde er freigesprochen, sieben Anklagepunkte wurden fallengelassen. Die Strafzumessungsverhandlung, bei der über das Strafmaß entschieden wird, ist auf den 21. September terminiert.
Zu der flächenmäßig großen nordwestaustralischen Diözese Broome gehören Regionen, in denen ein großer Anteil der Bevölkerung den Aborigines angehört. Die Taten soll Saunders zwischen 2008 und 2019 und somit während seiner aktiven Zeit als Bischof verübt haben. Tatorte waren kirchliche Einrichtungen, in die Saunders die jungen Männer mit Alkohol und Zigaretten gelockt haben soll. Tim Norton, seit 2024 Bischof von Broome, dankte in einer Stellungnahme den Betroffenen für ihren Mut: „Sie haben während eines langen und schwierigen Prozesses außergewöhnliche Resilienz und Engagement bewiesen.“
Saunders stand der Diözese von 1996 bis zu seinem Rücktritt im August 2021 vor. Medien hatten 2020 erstmals von den Vorwürfen berichtet, die Saunders stets bestritt. Nachdem polizeiliche Ermittlungen zunächst wegen unzureichender Beweise eingestellt wurden, leitete der Vatikan eine eigene Untersuchung ein und warf Saunders „sehr schweres“ Fehlverhalten vor. Annika Schmitz