Die Kultur der Barmherzigkeit
(Kartonierte Ausgabe)
Konvivenz und die Heilung verwundeter Identitäten in Ostmitteleuropa
- Verlag Herder
- 1. Auflage 2027
- Kartoniert
- 304 Seiten
- ISBN: 978-3-451-02864-9
- Bestellnummer: P028647
Ostmitteleuropa lebt mit Wunden. Besatzung und Diktatur, erzwungene Grenzverschiebungen, Misstrauen und das Gefühl, vom Westen übersehen zu werden – solche Erfahrungen haben sich tief in das Selbstverständnis der Gesellschaften der Region eingeschrieben. András Máté-Tóth beschreibt sie mit dem von ihm entwickelten Konzept der verwundeten kollektiven Identität. Doch Diagnose allein heilt nicht. Máté-Tóth fragt, wie ein Zusammenleben gelingen kann, das die Verletzungen weder verschweigt noch zur Waffe macht. Im Mittelpunkt steht die Barmherzigkeit – nicht als fromme Geste, sondern als kulturelle und politische Praxis: als Fähigkeit, Verwundbarkeit anzuerkennen, Erinnerung zu teilen und Konvivenz einzuüben. Theologische Reflexion, Religionssoziologie und Zeitdiagnose verbinden sich zu einem Vorschlag, der weit über den kirchlichen Raum hinausreicht.
Nach „Freiheit und Populismus" legt Máté-Tóth den dritten Schritt seines Programms vor: von der Beschreibung der Wunden zur Kultur ihrer Heilung – ein Beitrag zur Selbstverständigung Ostmitteleuropas und zum europäischen Gespräch über Identität, Religion und Gemeinsinn.
Autor
András Máté-Tóth, geb. 1957, ungarischer Theologe und Religionswissenschaftler. Er lehrt an der Universität Szeged und an der Ordenshochschule Sapientia in Budapest. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Entwicklung von Religion und Religiosität in Ostmitteleuropa seit dem Zusammenbruch des Kommunismus. Mit mehr als 450 wissenschaftlichen Publikationen zählt er zu den bekanntesten Theologen der Region. Seine jüngste deutschsprachige Monographie erschien 2019 bei Springer VS unter dem Titel „Freiheit und Populismus. Verwundete Identitäten in Ostmitteleuropa".