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Zum Leitartikel „Die Unsichtbaren“
Schon Paulus hatte die Wichtigkeit der Frauen in der Gemeinde gesehen und damit einen offensichtlichen Versuch unternommen, eine sich patriarchal verengende Gemeindebildung zu verhindern. Über Jahrhunderte ist in der Verkündigung unterschlagen worden, wie bedeutsam für Jesus die Frauen in seiner Begleitung waren. Die Bemerkung, wer auf biblischen „Fotos“ zu sehen ist und wer unsichtbar bleibt, hat Auswirkungen bis in unsere Tage.
Gert Scholand, Siegburg
Auch ich habe geklatscht, als Kathrin Brockmöller im Schlussgottesdienst des Katholikentags erwähnte, dass heute der Festtag der Apostelin Junia ist. Ja, es wird höchste Zeit, die Bibel genauer zu lesen. Vor allem jene Texte, wo Frauen eine bedeutsame Rolle spielen, die in der Liturgie permanent gekürzt oder ganz ausgeblendet werden.
Elisabeth Weißenhorn-Höfle, Kaufbeuren
Frei für jeden!
Zum Kommentar „Ein katholischer Tabubruch“
Können wir als Kirche es uns leisten, nun neben der Verabschiedung von vielen Kirchenräumen die verbleibenden zu kostenpflichtigen Museen zu machen? Gerade jetzt brauchen wir Präsenz im öffentlichen Raum!
Ursula Engelhardt (online)
Wenn man in einem Haus des Gebetes Eintritt zahlen muss, sollte man es in ein Museum umwandeln. Es wird immer grotesker, was manche Christen aus Gebetshäusern machen. Stellt doch einfach eine Hütte oder ein einfaches Gebäude irgendwohin und feiert wieder Gottesdienste und Gottesfeiern, die diesen Namen auch verdienen. Der Menschensohn hatte keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen konnte. Zurück zu den Wurzeln!
Adrian Ebert (online)
Ich finde es schlimm, wenn hier die Verwirtschaftlichung eines Gebetshauses stattfindet. Kirche muss frei für jeden sein, auch wenn er den Eintritt nicht bezahlen kann.
Ralf Kawitzke (online)
Bei der Debatte um den Eintritt in den Kölner Dom habe ich schon zweimal gelesen, dass der Eintritt in den Stephansdom in Wien 29 Euro beträgt. Das ist so nicht korrekt: Dabei handelt es sich um ein all-inclusive-Ticket für Besichtigungen. Wenn jemand nur den Dom sehen möchte, beträgt der Eintritt für Erwachsene acht Euro. Der Bereich beim Haupttor ist frei zugänglich. Von dort hat man eine sehr gute Sicht auf den Dom und den Hauptaltar, also wenn man beten oder „nur einfach mal schnell reinschauen“ will, zahlt man nichts.
Regina Hitzenberger, Wien
Verkopft?
Zum Artikel „Preis der Erneuerung?“
Ich kann mich dem Autor anschließen. In unserer Gemeinde wurde unter Leitung des Pfarrers ein Alphakurs durchgeführt, der mich entsetzt zurückgelassen hat. Andere Sichtweisen als die von Nicky Gumble und den Aussagen in seinen Filmen wurden nicht zugelassen. Im Gegenteil: Mir wurde gesagt, dass ich auf Grund meines Besuches von „Theologie im Fernkurs“ nicht in der Lage bin, die Theologie von Gumble zu erfassen und geistig zu verkopft wäre.
Michael Kehr, Leipzig
In meiner Tätigkeit in Tansania habe ich oft genug erlebt, wie junge Menschen ganze Kirchen füllen und einen dynamischen Glauben leben, auch wenn dieser aus Sicht mancher Theologen „unterkomplex“ zustande kam. Sie machen einfach das, was Jesus gesagt hat: „Glaubt an mich und an meine Botschaft.“ Wenn sich die deutsche Theologie in immer höhere Sphären versteigt und junge Menschen in katholischen Gottesdiensten so selten sind wie ein vierblättriges Kleeblatt, darf auch gefragt werden, ob man da noch auf dem richtigen Weg ist.
Josef Vogt, Rickenbach
Schweigegebot
Zum Interview „Unsere Heiligen“
Mit Johanna Haberer bin ich der Meinung, Paulus hat den Satz „Die Frau schweige in der Gemeinde“ nicht geschrieben. Das so genannte Schweigegebot widerspricht klar anderen seiner Aussagen. In den paulinischen Gemeinden hatten Frauen Rollen inne, von denen wir heute nur träumen können. Aber vielleicht kommt diese Zeit irgendwann wieder.
Dr. Stephanie Abgottspon-Fischbach, Staldenried/Schweiz