Für mich ist der Morgen heilig und meistens stehe ich gerne früh auf. Wenn ich dann mein Zimmer verlasse, um in die Kapelle zu gehen, stelle ich mich kurz still vor mein Kreuz und bete unsere Professformel: „Nimm mich auf, Herr, nach deinem Wort, und ich werde leben; lass mich in deiner Hoffnung nicht scheitern.“ Mit diesem Gebet fange ich jeden Tag neu an. Die Worte sind mir dankbare Erinnerung an meinen eigenen Anfang als Mönch, ja daran, dass ich immer ein Anfänger bleibe. Das ist entlastend, weil das kurze Gebet den Druck der Perfektion nimmt… Wir bleiben Anfänger ein Leben lang.
Johannes Eckert, in: „Suche Frieden und jage ihm nach“ (Herder, Freiburg 2025)