Der Kabarettist Dieter Nuhr hat sich in den letzten Jahren nicht nur Freunde gemacht. Dass er mit derselben Wucht gegen Politiker und Konzerne wie auch gegen den Islam und Klimaschutzbewegungen austeilt, wurde ihm nicht nur von manchem Berufskollegen übel genommen. 2019 kritisierte er etwa die Ziele von Fridays for Future: „Wenn unsere Kinder meinen, wir können diese Welt mit ein bisschen Sonne und Wind antreiben, dann sollten wir ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen.“ Bei einem Thema hört der Spaß für den katholisch erzogenen Niederrheiner aber auf: Der Einsatz gegen Antisemitismus war für Nuhr immer ein ernsthaftes Anliegen. Deshalb wurde er jetzt mit dem Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden ausgezeichnet.
In einem Interview mit der Jüdischen Allgemeinen zeigte sich Nuhr nachdenklich: „Dass man für das Eintreten gegen Antisemitismus Preise verleihen muss, ist eigentlich kein gutes Zeichen.“ Er sehe die Politik der israelischen Regierung kritisch, verwehre sich aber gegen jede Form von Anfeindungen gegen Juden im Alltag. Gerade im Kulturbetrieb sei diese Unterscheidung heute aber „alles andere als selbstverständlich“.