Das gestraffte Tableau der Kommissionen der deutschen Bischöfe ist jetzt mit Mitgliedern der Konferenz besetzt. Auf ihrer Herbstvollversammlung haben sie auch die Vorsitzenden der acht neuen Kommissionen gewählt.
Vorsitzender der Kommission I bleibt der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck, allerdings gehört jetzt auch das Thema Wissenschaft (und damit die Zuständigkeit für die theologischen Fakultäten) dazu. Die Liturgiekommission unter ihrem alten und neuen Vorsitzenden, dem Trierer Bischof Stephan Ackermann, hat das Thema Kultur hinzubekommen. Dem Begriff Pastoral wurde bei der Kommission III „missionarisch“ vorangestellt und die Zuständigkeit für die kirchlichen Dienste beigesellt. Hier bleibt der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf der Vorsitzende. Gleich mehrere Kommissionen wurden in der neuen Kommission IV Familie, Jugend und Bildung zusammengelegt, die ab sofort der Hamburger Erzbischof Stefan Heße leitet. Gesellschaftliche und karitative Fragen werden jetzt vom Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz verantwortet, der Deutschland auch in der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Union (COMECE) in Brüssel vertreten wird. Neuer Chef der Medienkommission, deren Verantwortungsbereich im Wesentlichen gleich geblieben ist, ist der Limburger Bischof Georg Bätzing. Zusammengefasst sind die Themen Ökumene und interreligiöser Dialog in der Kommission VII, die jetzt von Bischof Bertram Meier geführt wird; er ist der Ortsbischof der Feierlichkeiten 2030 zum 500-jährigen Jubiläum der Confessio Augustana. Der ehemalige Missio-Präsident und Rottenburger Bischof Klaus Krämer ist schließlich der neue Vorsitzende der neuen Kommission VIII für Weltkirche und Migration. Der dezidiert konservative Teil der deutschen Bischöfe ist auf dieser Ebene nicht mehr vertreten. Die Kommission VIII hat mit Blick auf die Hilfswerke, für die sie zuständig ist, gleich vier Unterkommissionen gebildet, die Kommission VII bereits zwei.
Bestimmt wurde eine Reihe von Bischöfen als Beauftragte der Konferenz. So gibt es jetzt mit dem Münchener Kardinal Reinhard Marx einen Kulturbischof, für die Caritas wird der Bamberger Erzbischof Herwig Gössl zuständig. Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki wird Vorsitzender der Arbeitsgruppe Naher und Mittlerer Osten der Kommission Weltkirche und Migration, da er qua Amt Präsident des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande ist.
Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie bei acht statt bisher 14 Kommissionen die Arbeit organisiert wird, nachdem das Themenspektrum deutlich ausgeweitet wurde. Das gilt auch mit Blick auf die Berater, die möglicherweise nur über Expertise für einen vergleichsweise kleinen Teil der erweiterten Themenpalette verfügen. Die Berater, die in der Regel nicht zuletzt für die Erarbeitung der Erklärungen von Bedeutung sind, werden bei der Frühjahrsversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im Februar 2027 im Kloster Hegne im Erzbistum Freiburg gewählt; einige Berater stehen allerdings schon fest.