Die Bedeutung und der Wandel von Ehe und Familie in der gegenwärtigen Zeit haben im Mittelpunkt eines Bischofstreffens vom 7. bis 14. Oktober 2026 gestanden. Papst Leo XIV. hat die Vorsitzenden der nationalen Bischofskonferenzen anlässlich des zehnten Jahrestags der Veröffentlichung des viel diskutierten Nachsynodalen Apostolischen Schreibens „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus (vgl. HK, März 2026, 32–34) in den Vatikan geladen. Thematisch ging es neben Veränderungen in familiären Beziehungen um die Fragen, wie die Kirche Familien besser begleiten kann und wie Familien selbst zu Trägern kirchlicher Mission werden können.
Als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz betonte Heiner Wilmer, dass die Herausforderungen in den verschiedenen Teilen der Weltkirche teilweise sehr unterschiedlich seien. Ihm selbst sei es ein Anliegen gewesen, auf in Familien verübte Gewalt gegen Frauen hinzuweisen. Kontrovers sei über die Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zur Kommunion gesprochen worden. Seit der Veröffentlichung von „Amoris Laetitia“ wird um den Kommunionempfang neu gerungen.
Der Münsteraner Pastoraltheologe Christian Bauer, als Experte bei dem Treffen zugegen, zeigte sich überrascht, dass extreme Stimmen gegen das Schreiben, wie sie vor zehn Jahren laut geworden waren, weitgehend ausgeblieben seien (vgl. HK, Februar 2017, 13–16). „Die Bischofsversammlung war weder ein dramatischer Schritt dahinter zurück noch ein gewaltiger Schritt nach vorne“, sagte er dem Portal „katholisch.de“.
Wegen seiner Lungenoperation konnte der Papst nicht an der Abschlussmesse teilnehmen. Ein offizielles Abschlussdokument des Treffens lag zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht vor.