Vom mittelalterlichen «dominium» zum modernen Eigentum

Giotto, Bestätigung der Regel durch Innozenz III.
Giotto, Bestätigung der Regel durch Innozenz III. © gemeinfrei/Wikimedia Commons

Abstract / DOI

Vom mittelalterlichen «dominium» zum modernen Eigentum. Der Text verfolgt den Wandel vom mittelalterlichen dominium zur modernen Eigentumsvorstellung. Aus dem Spannungsfeld von gemeinschaftlichem Gebrauch und exklusiver Aneignung entsteht – über Aristoteles und Thomas von Aquin – die Legitimation privaten Eigentums als vernunftgemäßes Ordnungsprinzip, dessen Gebrauch am Gemeinwohl und an der Notwendigkeit begrenzt bleibt. Die franziskanische Kontroverse schärft die Unterscheidung von Gebrauch, Besitz und Eigentum und treibt die Verschiebung hin zu der These voran, dass es keinen Gebrauch ohne Eigentum gebe. Parallel bildet sich das handelnde Subjekt heraus: Freiheit begründet sowohl Aneignung (subjektives Recht) wie freiwilligen Verzicht (Armut). So entsteht ein modernes, subjektiv-rechtliches Eigentumsverständnis, das positiv-rechtlich gesichert und durch objektive Gerechtigkeit normativ begrenzt ist.

From Medieval ‹Dominium› to Modern Property. This text traces the transition from medieval dominium to the modern concept of property. From the tension between communal use and exclusive appropriation – via Aristotle and Thomas Aquinas – emerges the legitimisation of private property as a rational principle of order, the exercise of which remains limited by the common good and necessity. The Franciscan controversy sharpens the distinction between use, possession and ownership and drives the shift towards the thesis that there can be no use without ownership. At the same time, the acting subject emerges: freedom underpins both appropriation (subjective right) and voluntary renunciation (poverty). This gives rise to a modern, subjectively-legal understanding of property, which is secured by positive law and normatively limited by objective justice.

DOI: 10.23769/communio-55-2026-482-502

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