Christentum und Kapitalismus – ein schwieriges Verhältnis?

Heinrich Hofmann, Christus und der reiche Jüngling
Heinrich Hofmann, Christus und der reiche Jüngling © gemeinfrei/Wikimedia Commons

Abstract / DOI

Christentum und Kapitalismus – ein schwieriges Verhältnis? Der auf Privateigentum beruhende, von einer Dynamik des Mehr-Haben-Wollens getragene Kapitalismus stellt für die christliche Ethik eine Herausforderung dar. Die marxistische Kritik am Kapitalismus will Privateigentum durch Gemeineigentum, Individualismus durch Kollektivismus ersetzen. Der Liberalismus baut auf das Privateigentum und den Marktmechanismus im Kapitalismus, der individuellen Egoismus in Gemeinwohl verwandeln soll. Aus christlicher Sicht reicht das nicht aus. Vielmehr muss der Kapitalismus durch staatliche Regulierung und ein Ethos gebändigt werden, das die Ökonomie in den Gesamtzusammenhang des Lebens einordnet und sie damit einem höheren Zweck unterstellt.

Christianity and Capitalism – a Difficult Relationship? Capitalism, which is based on private property and driven by a desire to have more, poses a challenge to Christian ethics. The Marxist critique of ­capitalism seeks to replace private property with common ownership and individualism with collectivism. Liberalism relies on private property and the market mechanisms of capitalism, which are supposed to transform individual selfishness into the common good. From a Christian perspective, this is not enough. Rather, capitalism must be reined in through government regulation and an ethos that places the economy within the broader context of life, thereby subordinating it to a higher purpose.

DOI: 10.23769/communio-55-2026-452-461

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