7 Momente aus 7 TagenIm Lauf der Zeit

Gestern, heute, morgen: Nachrichten aus zeitlicher Perspektive.

Dass Polen Kriegsreparationen fordert, ist nichts Neues. Neu ist aber die Argumentationslinie, die Präsident Nawrocki bei seiner Rede zum Jahrestag des Überfalls 1939 anwandte: Der frühere Feind Deutschland solle zahlen, damit Polen in Verteidigung investieren kann, um sich gegen mögliche Angriffe eines neuen Feindes im Osten zu verteidigen. Ein düsterer Gedanke, der aus Sicht eines Landes, das so oft Spielball fremder Mächte wurde, aber nicht ganz abwegig klingt. Nachrichten der Woche, aus zeitlicher Perspektive.

1 | Ceuta. Vor einem Monat war die spanische Exklave Ceuta plötzlich in aller Munde. Und die Lage vor Ort bleibt kritisch: Noch immer leben bis zu 10000 Migranten in der Kleinstadt. Die Stimmung ist noch immer gereizt, viele Menschen fühlen sich unsicher, einige Bürger griffen zu Selbstjustiz und zündeten eine provisorische Hüttenstadt der Migranten an. Das zuständige Bistum rief zu einer Gebetswache für Frieden auf.

2 | Mexiko. Noch ein bisschen länger liegt die Fußball-WM in den USA, Kanada und Mexiko zurück. Damals hatte das Schicksal von Zehntausenden vermissten Menschen internationale Betroffenheit ausgelöst. Die mexikanishe Kirche ruft jetzt dazu auf, „Friedensbriefkästen“ aufzuhängen, in denen Hinweise zu den Vermissten gesammelt werden können.

3 | Deutschland. Von vermissten Menschen zu vermisstem Geld: Neben anderen Großanlegern haben auch die katholische und die evangelische Kirche Geld in umstrittene Verius-Fonds angelegt, das jetzt wohl verloren ist. Was wie eine sichere Anlage klang, entwickelte sich zum Albtraum. „Himmlische Rendite, höllisches Ende“, titelte tagesschau.de.

4 | Dresden-Meißen. Ein unerwartetes Ende nimmt auch die Amtszeit von Bischof Heinrich Timmerevers. Papst Leo XIV. hat diese Woche sein Rücktrittsgesuch angenommen. Timmerevers war 2016 ins Amt eingesetzt worden. Zuletzt hatte es mehrfach Kritik von Betroffenenvertretern an seiner Rolle in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gegeben, wie Medien berichteten.

5 | Israel. Im Nahostkonflikt scheint eine Einigung in weiter Ferne. Weil palästinensischen Lehrkräften die Einreise verweigert wird, haben mehrere christliche Schulen in Jerusalem jetzt zum Streik aufgerufen.

6 | Kolumbien. In der neuen kolumbianischen Regierung ist die Meinung der Kirche in Bildungsangelegenheiten dagegen sehr gefragt. Nachdem Präsident Abelardo de la Espriella einen Dominikaner-Pater an die Spitze der größten staatlichen Bildungseinrichtung berufen hatte, setzte er jetzt den Bischof der Diözese Ocaña als Regierungsvertreter im obersten Rat einer Universität ein. Eine überraschende Entscheidung für den Präsidenten, der im Wahlkampf energisch gegen gesellschaftliche Eliten gewettert hatte.

7 | Italien. Wer auf dem Fluss der Zeit obenauf bleiben will, braucht ein sicheres Boot. Papst Leo hat in dieser Woche als erster Papst an der Bootsprozession über den Albaner See teilgenommen. Dabei sprach er auch wieder über die Gefahren der Zukunft, namentlich der KI: „Keine Maschine wird jemals ein Herz ersetzen können, das fähig ist zu lieben, zuzuhören und zu vergeben.“

Anzeige: Ausverkauf des Konzils. Die Päpste und die Piusbruderschaft – eine Konfliktgeschichte. Von Jan-Heiner Tück
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