DEBATTE DES MONATS„Es braucht Streit!“

Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sind die Umfragewerte der AfD in aller Munde. Auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, hatten zu unserem letzten Kommentar zum Thema (CIG Nr. 34, S. 2) und zu Mouhanad Khorchides Beitrag zu Brandmauern (CIG Nr. 35, S. 3) viel zu sagen.

Es gibt genug sachliche und auch theologische Argumente gegen Islamisten und AfD. Gebot der Liebe, Würde des geschaffenen Menschen... Wirtschaftlich hat dies Kanzler Merz aufgezeigt: Mit AfD ginge Sachsen-Anhalt den Bach hinunter. Dazu möchte ich noch hinzufügen: Ich finde es unfair und unnötig, AfD mit parlamentarischen Tricks kleinhalten zu wollen. Wenn sie laut Geschäftsordnung den Posten des parlamentarischen Vizepräsidenten zu bekommen haben, müssen das Demokraten auch tolerieren, zumindest wenn die Kandidaten noch nicht negativ aufgefallen sind. Ein Nein zur Brandmauer, ein Nein zur AfD und Fremdenhass.

Friedrich Glöckler, Königstein

Wo sind die Kirchenvertreter, besonders die verantwortlichen Bischöfe, die sich mit extremen politischen und religiösen Inhalten argumentativ auseinandersetzen? Weit und breit sehe ich niemanden. Das hat eben auch damit zu tun, dass ihre Macht und Positionen unabhängig vom Wahlvolk gesichert sind. Und solange dies der Fall ist, besteht (vordergründig) auch kein Grund, sich in schwierige Auseinandersetzungen zu begeben, sodass sich daran vermutlich auch wenig ändern wird.

Jürgen Drewes (online)

Geht es wirklich um eine Widerlegung der politischen Grundsätze der AfD? Der Buchmarkt gibt hier durchaus Argumentationshilfen an die Hand. Besteht das Problem nicht eher in der Vermittlung der gewonnenen Erkenntnisse? Wer eine tiefgreifende Auseinandersetzung mit der AfD zu Recht einfordert, darf die Art der Vermittlung und Kommunikation für die breite Öffentlichkeit nicht außer Acht lassen.

Andreas Bracharz, Abtswind

Unsere Gesellschaft und vor allem die politische Mitte braucht den politischen Streit. Nur so entstehen gute Kompromisse. Die katholische Soziallehre bietet hierfür gute „Instrumente“, wie Papst Leo XIV. mit seinem Lehrschreiben Die großartige Menschheit bewiesen hat. – Fangen wir damit an!

Bruno Authaler, Kornwestheim

Wer die Sommerinterviews unlängst in der ARD und im ZDF verfolgt hat, konnte sich einmal mehr davon überzeugen, wie Fakten leugnend, rassistisch, menschenverachtend, rechtsextrem und europafeindlich die AfD auftritt. Hier braucht es meiner Einschätzung nach weiterhin eine klare Abgrenzung und Verurteilung – auch im Raum der Kirche.

Boris Gschwandtner, Freiburg

Warum sind Menschen bereit, die AfD zu wählen, obwohl bekannt ist, dass sie auf die dringenden Fragen keine Antwort hat? Weil diese Leute die Verantwortung nicht bei sich suchen und andere verantwortlich machen. Und nicht zuletzt, weil sie oft neidzerfressen sind und so wählen, wie sie denken.

Wolfgang Rothe (online)

Ein Teil der Menschen ist unfassbar naiv und glaubt wirklich, die AfD würde irgendetwas besser machen in Deutschland. Das genaue Gegenteil ist der Fall. Wir sind ein Exportland und die Abschottungs- und Vertreibungspolitik der AfD würde uns alle ruinieren. Aber um das klar und deutlich zu erkennen, braucht es halt politische Bildung und Medienkompetenz. Viele setzen aber lieber auf Gefühl, Hoffnung, Träume. Sie werden bitter enttäuscht werden.

Klemens Köhler (online)

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