Seit diesem Dienstag liegt Kaiser Otto I. (912–973) wieder in seinem Kalksteinsarkophag im Magdeburger Dom. Über ein Jahr lang war der Begründer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation wissenschaftlich untersucht worden, auch um zu prüfen, ob der Körper im Lauf der Jahrhunderte womöglich ausgetauscht worden war. Der Befund gab jetzt aber Entwarnung: Otto ist Otto. Mit seinen 1,80 Metern war er außerdem rund zehn Zentimeter größer als der damalige Durchschnitt, hatte sich den Beinamen „der Große“ also in mehrfacher Hinsicht verdient.
Bei einem ökumenischen Gottesdienst sprachen der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer und der katholische Bischof von Magdeburg, Gerhard Feige, auch über die christlich motivierten Werte des Kaisers: „Für Gott ist jeder Mensch – ob arm oder reich, mächtig oder schwach, ohne oder mit Behinderung, binär oder queer, deutscher oder anderer Abstammung – sein Ebenbild und damit einmalig, kostbar und zu einer Lebensfülle berufen, der der Tod nichts anhaben kann.“