ihre postLeserbriefe

In die Kammer?

Zur Bildnachricht „Starkes Zeugnis“

Für mich wäre es überzeugender, wenn sich die Herren Nationalspieler sozial engagieren, was manche tun und mir ein Vorbild ist. Das überzeugt mich mehr, als in der Öffentlichkeit zu beten. Es ist doch entscheidend, mit welcher inneren Haltung ich bete und welches Menschenbild ich habe. Ich empfehle hier das Matthäusevangelium, Kapitel 6,1–8, besonders Vers 6: „Du, aber geh in deine Kammer, wenn Du betest…“

Martin Hezel (online)

Paradox

Zum Leitartikel „Festhalten an der Würde“

Der Artikel verweist nicht nur auf die Nachfolge, sondern auch auf ein‚ „para-doxales“ Denken von Jesus Christus her. Es basiert auf einer religiös-biblischen und einer säkular-philosophischen Sichtweise. Beide wurden durch den Kirchenlehrer Augustinus zum christlichen Denken gleichsam „para-doxo-logisch“ vereint.

Josef Eisend, Malsch

Dialog gefragt

Zum Kommentar „Cappuccino statt dünne Suppe“

Der Autor kritisiert, dass sich die Kirche in der Sozialreformdebatte nicht konstruktiv einbringt. Es ist keinesfalls so, dass in der Kirche der erforderliche Sachverstand fehlt, denn „die Kirche“ ist die Gemeinschaft der Christen, in denen es eine große Vielfalt von Menschen mit unterschiedlichen Sichtweisen, Erfahrungen und Kompetenzen aus allen Bereichen gibt! Man muss auch hier miteinander reden und aufeinander hören.

Thomas Michalski, Hildesheim

Ich erinnere mich an Schweden, als der Sozialstaat nicht mehr finanzierbar wurde (Ende der 60er- oder Anfang der 70er-Jahre). Zu meinem Erstaunen erfuhr ich von meinen schwedischen Berufskollegen, dass die erfolgreiche Reform von Politik, Gewerkschaften, Kirchen und Bevölkerung mehrheitlich befürwortet wurde. Unsere deutschen „roten Linien“ zu Reformen müssen endlich einem Dialog weichen, wozu die Kirchen beitragen sollten.

Dr. Ernst Ammann, Lindau

Provozierend

Zum Zeitgang „Sicherheit gegen den Sog in den Tod“

Moralisch lässt sich die Frage der Sterbehilfe nicht eindeutig normieren. Im jüdisch-christlichen Kontext steht das biblische Gebot „Du sollst nicht töten“ in einem realen Spannungsverhältnis zu dem existenziellen Bedürfnis nach Leidenslinderung, wenn medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Im Licht der Liebe und Barmherzigkeit Gottes kann es daher keine pauschalen Antworten geben.

Sr. Veronika Sube, Tutzing

Jesus Christus hat die Freiheit und Eigenverantwortung des Christenmenschen in manchmal provozierender, schwer erträglicher Weise verkündet und vorgelebt. Für mich steht die Autonomie klar über einem „Lebensschutz“, der nur auf Verlängerung der physischen Existenz abzielt, statt sich um die Frage zu kümmern, welche vernünftigen Optionen der Mensch – und zumal der Christ – angesichts der unbegrenzten Möglichkeiten der Medizin und Pharmazie heute hat.

Michael Rosler-Goy, Chiemsee

Zu simpel?

Zum Artikel „Preis der Erneuerung?“

Der genannte Begriff des „Unterkomplexen“ trifft voll auf diese Alpha-Kurse zu. Man muss dieses Format nicht strikt ablehnen, aber mit einer guten Portion kritischen Verstandes begleiten. Für einen Suchenden und Fragenden, vielleicht auch in seinem Glauben Zweifelnden ist das kein Weg, jemanden zu einem „reifen Glauben“ zu begleiten.

Dr. Andreas Hautkappe, Bottrop-Kirchhellen

Als Teilnehmer und zeitweiser Mitarbeiter im Leitungsteam zurückliegender Alpha-Kurse will ich hier eine praktische Perspektive ergänzen: Alpha ist ein Türöffner – nicht mehr, nicht weniger. Am Ende stehen nicht selten Menschen, die positive (erste) Glaubens- und Gemeindeerfahrungen gemacht haben und offen dafür sind, den Weg weiterzugehen.

Matthias Lang, Rednitzhembach

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