Die in Mexiko geborene US-Amerikanerin Maria Montserrat Alvarado wird im November die Leitung des Dikasteriums für Kommunikation übernehmen, das in Rom für die offiziellen vatikanischen Medienkanäle zuständig ist. Nach Simona Brambilla ist sie nun die zweite Frau – und die erste Nicht-Ordensfrau – in solch einer führenden Funktion. Alvarado hat Politikwissenschaft studiert, eine Organisation für Religionsfreiheit geleitet und anschließend als News-Direktorin für den christlichen Sender EWTN gearbeitet. Sie gilt als kompetente, energische und weltgewandte Managerin. Nach der Bekanntmachung wurden jedoch auch kritische Stimmen laut, denn EWTN war in der Vergangenheit durch Attacken gegen Papst Franziskus und eine gewisse Nähe zum Trump-Lager aufgefallen. Dem wird entgegengehalten, dass Alvarado den Sender wieder verstärkt in gemäßigtere Bahnen lenken wollte und als unideologisch gilt. Es ist begrüßenswert, dass Papst Leo XIV. den von seinem Vorgänger eingeschlagenen Weg, mehr Frauen in Leitungspositionen zu bringen, fortsetzt. Ob sich diese neue Wertschätzung auch in der Weihefrage niederschlagen wird, darf allerdings bezweifelt werden.