In der Luft

Über einen frühsommerlichen Duft, der das Leben leichter macht.

Seit einigen Tagen stehen die Lindenbäume in meiner Straße in voller Blüte. Ihr feiner, süßlicher Duft liegt in der Luft und begleitet die Wege durch den Alltag. Obwohl er recht dezent ist, verbreitet er sich in der gesamten Nachbarschaft. Ich meine, den Geruch nachts verstärkt wahrzunehmen, was an der höheren Luftfeuchtigkeit liegen kann, die die Duftstoffe besser transportiert, wie ich gelesen habe. Sie beruhigen nachweislich das Zentralnervensystem. Es ist ein kurzes, fast flüchtiges Geschenk des Frühsommers, das mich Jahr für Jahr aufs Neue in eine kleine Hochstimmung versetzt.

Gerade in Zeiten, in denen die Nachrichten oft von Krisen, Konflikten und Sorgen geprägt sind, erinnert die Lindenblüte daran, dass die Welt immer auch von leisen Zeichen der Hoffnung durchsetzt ist. Mit diesem Duft in der Nase fällt es etwas leichter, in all dem Chaos weiterhin auch das Gute zu sehen und Zuversicht zu bewahren. Dazu Nachrichten zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Zuspruch und Mahnung.

1 | Hamburg. Der Deutschen Sachbuchpreis ging in diesem Jahr an den Berliner Autor und Journalisten Konstantin Richter für sein Buch Dreihundert Männer (Suhrkamp), in dem er die Geschichte deutscher Großunternehmen sowie ihre Verflechtung und politische Einflussnahme beschreibt. Richter zeige, wie stark die Gruppe bis heute die deutsche Unternehmenskultur präge und wie wenig deren Konzepte noch auf die Gegenwart passten, so die Jury.

2 | Berlin. Die 100 umsatzstärksten europäischen Unternehmen verschärfen nach Einschätzung der Entwicklungsorganisation Oxfam die weltweite Ungleichheit. Schuld seien vor allem milliardenschwere Dividenden für Aktionäre und vernachlässigte Klimainvestitionen. Die untersuchten Konzerne haben im Jahr 2024 demnach rund 26 Prozent der weltweiten CO2-Emmissionen verursacht. Zugleich verdienten die Unternehmenschefs im Schnitt das 78-Fache des Durchschnittseinkommens.

3 | Heidelberg. Die US-amerikanische Philosophin Seyla Benhabib erhält den renommierten Karl-Jaspers-Preis. Im Mittelpunkt ihres Werks stehe die Frage, wie allgemeine Vorstellungen von Gerechtigkeit und Demokratie mit der Lebenswirklichkeit verbunden werden können. Dabei berücksichtige Benhabib „insbesondere kulturelle Unterschiede, geschlechtliche Erfahrungen und globale Migration“, so die Jury der Universität Heidelberg.

4 | Berlin. Kinderarbeit bleibt laut der Hilfsorganisation Save the Children trotz gesetzlicher Verbote ein strukturelles Problem in globalen Lieferketten. Während Gesetze bei direkten Zulieferern griffen, verlagere sich das Problem häufig in weniger sichtbare Ebenen der Produktion. Wer Kinder wirklich schützen will, müsse mit fairen Einkaufs- und Lohnpreisen gegensteuern.

5 | Amsterdam. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu einem besseren Miteinander in Europa aufgerufen. Die Staatengemeinschaft dürfe sich nicht dem „Zeitgeist der Rücksichtslosigkeit“ anpassen, sagte er bei einem Staatsempfang des niederländischen Königshauses. Europa müsse seine „Strahlkraft von einem guten Leben für die Menschen in Wohlstand, Frieden, Freiheit“ entfalten, die auf der gegenseitigen Rücksicht der Länder beruhe.

6 | Barcelona. Zum hundertste Todestag des Architekten Antoni Gaudí hat Papst Leo XIV. den Christusturm der Basilika Sagrada Família geweiht, mit 172,5 Metern der höchste Kirchturm der Welt.

7 | Wiesbaden. Indes ist der Name Leo zu einem der beliebtesten Vornamen in Deutschland aufgerückt. Er kletterte im vergangenen Jahr von Platz 12 auf Platz 4, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache berichtete. Einen direkten Zusammenhang mit der Namenswahl des Papstes ließen die Experten offen.

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