Drei Jahre nach Ausbruch des Bürgerkriegs wollen mehrere Staaten ihre finanzielle Hilfe für den Sudan erhöhen. Die Zusagen belaufen sich auf insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro. Das ist das Ergebnis der Geberkonferenz, die am 15. April in Berlin unter Teilnahme von 54 Staaten und 61 Delegationen tagte. Ausgerichtet wurde sie von der Bundesregierung, Großbritannien, Frankreich, den USA und der Europäischen sowie der Afrikanischen Union. Die Unterstützung aus Deutschland beläuft sich laut Außenminister Johann Wadephul auf 212 Millionen Euro. Bei der dritten Sudan-Konferenz – die beiden vorherigen wurden in London und Paris ausgerichtet – waren erstmals Akteure aus der sudanesischen Zivilgesellschaft eingebunden.
Ein Bündnis internationaler religiöser Hilfsorganisationen, darunter Caritas Internationalis, Islamic Relief Worldwide und ACT Alliance, hatten im Vorfeld der Konferenz die internationale Gemeinschaft dazu aufgefordert, die finanziellen Zuwendungen zu erhöhen und sich um mehr Diplomatie zu bemühen, um Angriffe auf Zivilisten und zivile Infrastruktur einzudämmen. Kinder, Jugendliche und Frauen müssten nicht zuletzt hinsichtlich sexueller Gewalt besser geschützt werden. Frauen sollten in alle Friedensprozesse einbezogen werden. Das Bündnis betonte, dass es neben den Zuwendungen für die akute humanitäre Krise auch jene im Bereich der Entwicklung brauche, um etwa die Abhängigkeit von Nahrungsmittelhilfen zu verringern. Dabei spiele die Unterstützung lokaler Organisationen und Religionsvertreter eine wichtige Rolle.
Im Sudan sind derzeit etwa zwölf Millionen Menschen auf der Flucht, zwei Drittel der Bevölkerung benötigen humanitäre Hilfe. Die Vereinten Nationen, die die Situation im Sudan als größte humanitäre Krise weltweit bezeichnen, sehen aktuell einen Bedarf von 2,9 Millionen US-Dollar für humanitäre Hilfe. Annika Schmitz