Kurz nach seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz ist Heiner Wilmer zum neuen Bischof von Münster ernannt worden. Ende Juni wird er die Nachfolge von Felix Genn antreten, der im März 2025 altersbedingt zurückgetreten war (vgl. HK, April 2026, 4–5). Bis zu seiner Amtseinführung bleibt Wilmer Bischof von Hildesheim. Er leitet das niedersächsische Bistum seit 2018.
Die Wahl Wilmers zum Bischof der mitgliederstärksten Diözese Deutschlands stieß auf überwiegend positives Echo. Michael Gerber, Bischof von Fulda und Wilmers Stellvertreter in der DBK, verwies in seinem Gratulationsschreiben auf die doppelte neue Aufgabe. Er sei sich sicher, „dass du mit Perspektive und Geschick, mit Positionierung und klaren Worten, mit dem mutigen Blick nach vorne und dem gleichzeitigen Blick für das Ganze die vor dir liegenden Aufgaben gut bewältigen wirst“.
Die nordrhein-westfälische Landesregierung erhofft sich vom neuen Münsteraner Bischof wichtige Impulse. Wilmer werde das Bistum „gut durch die Zeit führen“, so der Chef der Staatskanzlei, Nathanael Liminski. „Sein Einsatz für eine Kirche mit Herz und Handlungsbereitschaft setzt ein ermutigendes Zeichen“, sagte er der Katholischen Nachrichten-Agentur.
Martin Wilk, Hildesheimer Generalvikar, dankte Wilmer für seine Zeit in der Diözese: „In den vergangenen Jahren hat er unser Bistum in herausfordernden Zeiten mit Klarheit, geistlicher Orientierung und großer Verantwortung begleitet.“ Der Abschied aus Hildesheim falle ihm nicht leicht, betonte Wilmer bei seiner Vorstellung: „Heute ist für mich auch ein Tag mit einer gewissen inneren Schwere. Hildesheim liegt mir am Herzen. Die Menschen im östlichen Teil Niedersachsens sind mir nahe und vertraut geworden.“ In einem Brief an die Gläubigen des Bistums warb er gleichzeitig um Verständnis für diesen Schritt. Er könne verstehen, dass viele traurig und enttäuscht seien, dass er das Bistum verlasse. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht.“ Doch in diesem Ruf liege ein Ernst, dem er nicht ausweichen könne. Dana Kim Hansen-Strosche