Kein Gott und kein Tier vermag sich zu schämen: Versuch über die Scham

Warum schämt sich der Mensch? Zwischen dem Blick des anderen und dem Bewusstsein eigener Schuld zeigt sich die Scham als zutiefst menschliche Erfahrung. Sie berührt Fragen der Freiheit, der Verletzlichkeit und des Verhältnisses zu sich selbst.

Edvard Munch, Ashes (1895)
Edvard Munch, Ashes (1895) © gemeinfrei/Wikimedia Commons

Abstract / DOI

Kein Gott und kein Tier vermag sich zu schämen. Versuch über die Scham. Der Beitrag untersucht Scham als Grundphänomen menschlicher Selbstwahrnehmung. Ausgehend von Genesis, Kierkegaard, Sartre, Scheler und Kafka wird gezeigt, wie Scham mit Freiheit, Schuld, Leiblichkeit und dem Blick des Anderen zusammenhängt. Sie entsteht dort, wo der Mensch sich selbst als Gegenstand fremder Wahrnehmung erfährt und die eigene Verletzlichkeit erkennt. Scham erscheint so als Ausdruck von Selbstbewusstsein und einer grundlegenden Spannung menschlicher Existenz.

No God and No Animal Is Capable of Shame. An Essay on Shame.The article examines shame as a fundamental mode of human self-awareness. Drawing on Genesis, Kierkegaard, Sartre, Scheler and Kafka, it explores the relation of shame to freedom, guilt, embodiment and the gaze of the other. Shame arises when a person experiences the self as an object of another’s perception and becomes aware of personal vulnerability. It thus appears as an expression of self-consciousness and of a fundamental tension within human existence.

DOI: 10.23769/communio-55-2026-565-575

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