Himmlischer Glanz im menschlichen Körper: Schattierungen der Scham in der patristischen Literatur

Wie hängen Scham, Askese und christliche Lebensführung zusammen? Die Weisungen der Kirchenväter zeigen, wie eng leibliche Praxis und geistliches Leben verbunden sind. In der Überwindung des Stolzes wird die eigene Abhängigkeit von Gott zum Ausgangspunkt neuer Beziehungen.

Rembrandt, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes
Rembrandt, Die Rückkehr des verlorenen Sohnes © gemeinfrei/Wikimedia Commons

Abstract / DOI

Himmlischer Glanz im menschlichen Körper. Schattierungen der Scham in der patristischen Literatur. Der Beitrag untersucht Scham, Zurückhaltung und Selbstbegrenzung in der patristischen Literatur des vierten und fünften Jahrhunderts. Texte zur christlichen Askese sowie Johannes Chrysostomos’ Lehre vom maßvollen Haushalt zeigen, wie eng körperliche Haltung und geistliches Leben verbunden sind. Schamhaftigkeit meint dabei nicht nur äußere Sittsamkeit, sondern eine innere Formung des Menschen, die Demut, Gebet, Solidarität und die Ausrichtung auf Gott fördern soll.

Heavenly Radiance in the Human Body. Shades of Shame in Patristic Literature. The article examines shame, restraint and self-limitation in patristic literature of the fourth and fifth centuries. Texts on Christian asceticism and John Chrysostom’s teaching on the disciplined household show how closely bodily conduct and spiritual life are connected. Modesty is therefore not merely a matter of outward decorum, but part of an inner formation intended to foster humility, prayer, solidarity and an orientation towards God.

DOI: 10.23769/communio-55-2026-597-606

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