7 Momente aus 7 TagenAufgedeckt

Entdeckungen und Enthüllungen.

Es gibt Dinge, die im Verborgenen liegen, und Geheimnisse, die uns staunen lassen. Manches davon weckt Ehrfurcht und den Mut zu außergewöhnlichen Taten, anderes erfüllt uns mit Trauer und Fassungslosigkeit. Ein Wochenrückblick von verborgenen Schätzen in alten Klöstern bis hin zu unentdeckten Welten im Urwald.

1 | Hessen. Das Kloster Eberbach in Eltville am Rhein feiert das 40-jährige Jubiläum der Kinopremiere von Der Name der Rose mit einer Sonderausstellung. Die Schau zeigt ikonische Filmszenen, Originalrequisiten und Fotos. Im Winter 1985 nutzte Regisseur Jean-Jacques Annaud die mystische Atmosphäre des vollständig erhaltenen Zisterzienserklosters für die Innenaufnahmen der Bestseller-Verfilmung. Der Film wurde zu einem preisgekrönten Meisterwerk, das Millionen begeisterte und das Kloster weltweit bekannt machte.

2 | Tschechien. Die Theologin Ludmila Javorová, die in der tschechischen Untergrundkirche als Priesterin wirkte, ist im Alter von 94 Jahren gestorben. Um inhaftierten Katholikinnen unter dem kommunistischen Regime in der Tschechoslowakei seelsorglichen Beistand leisten zu können, wurde sie 1970 heimlich zur Priesterin geweiht. Nach Ende des Kommunismus erklärte der Vatikan ihre Weihe für ungültig. Javorová blieb dennoch in der Kirche und setzte sich für mehr Mitsprache von Frauen ein.

3 | Bolivien. In Südamerika wurde eine bislang unbekannte Katzenart entdeckt. Leopardus tilcayo gehört zur Familie der Tigerkatzen und ist die erste Art, die nach 100 Jahren neu entdeckt wurde. Mit einer Länge von nur 46 Zentimetern ist sie kleiner als eine Hauskatze und hat ein hellbraun geflecktes Fell. Die Bewohnerin der südamerikanischen Bergwälder ist durch Abholzung, Landwirtschaft und Bergbau bedroht.

4 | Italien. Ende September gehört Neapel ganz dem Stadtheiligen San Gennaro. Sein Gedenktag ist Anlass für Umzüge, Feiern und ein besonderes Ritual: die Präsentation seines Blutreliquiars. Auch dieses Mal hat sich das Blut verflüssigt, was als gutes Zeichen für die Stadt gilt. Neapels Kardinal Mimmo Battaglia nahm das Spektakel zum Anlass für deutliche Worte gegen die Mafia: „Man kann hundert Kerzen für San Gennaro anzünden, aber wenn man das Leben seines Bruders auslöscht, werden diese Kerzen kein Licht spenden.“

5 | Russland. In Russland wurde ein neues Parlament gewählt, geheim und demokratisch waren die Wahlen nicht. Zur ersten Duma-Wahl nach der Invasion der Ukraine waren nur kremeltreue Parteien zugelassen. So erzielte Putins Partei mit 57,8 Prozent das höchste Wahlergebnis in ihrer Geschichte. Die von der EU als „Scheinwahl“ bezeichnete Abstimmung wurde auch in den annektierten ukrainischen Regionen durchgeführt. Kriegsgegner wurden laut unabhängigen Beobachtern von der Wahl ausgeschlossen.

6 | Südafrika. Kardinal Stephen Brislin, der Erzbischof von Johannesburg, hat nach den Morden an neun Frauen in Südafrika Aufklärung gefordert. Seit Juli wurden in der Region neun Frauenleichen gefunden; ob die Taten miteinander zusammenhängen, ist noch unklar. Brislin betonte, die Gesellschaft müsse gemeinsam gegen die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen in Südafrika vorgehen, und warnte vor einer allgemeinen Abstumpfung gegenüber Verbrechen.

7 | Weltweit. Jüdinnen und Juden begehen von Sonntag auf Montag Jom Kippur, ihren höchsten Feiertag. Es ist ein strenger Ruhe- und Fastentag, an dem weder gegessen noch getrunken wird. Viele Gläubige tragen weiße Kleidung. Die zehn Tage zwischen dem Neujahrsfest Rosch Haschana und Jom Kippur stehen ganz im Zeichen der Einkehr und Vergebung – auch hier kann fast Vergessenes ans Licht treten.

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