Kirchlich

Aus der Welt der Liturgie.

Als Quelle all ihrer Kraft bezeichnete das Konzil die Liturgie der Kirche. Doch birgt sie auch hohe Herausforderungen und will stets neu organisiert werden. Nachrichten aus dem sakramentalen Leben der Kirche – samt rechtlichen Folgen.

1 | Trier. Die Revision des deutschsprachigen Messbuchs schreitet voran. Nach Abschluss der Übersetzung neuer Texte des römischen Messbuchs hat die Deutsche Bischofskonferenz nun einen Konsultationsprozess über die Bestandstexte gestartet: Bis kommenden Sommer können Personen aus Fachkreisen und pastoraler Praxis Änderungsvorschläge einreichen. Das neue Messbuch soll 2033 eingeführt werden. Frühere Versuche scheiterten am Streit mit dem Vatikan über die Originaltreue der Übersetzung. Papst Franziskus ebnete den Weg für einen Neuanlauf, indem er die Vorgabe, sich streng am lateinischen Text orientieren zu müssen, abschwächte.

2 | Lüttich. Zur Beteiligung ist die Öffentlichkeit auch bei der Suche nach einem neuen Bischof in Lüttich aufgefordert. Der Nuntius von Belgien, Franco Coppola, hat die Bevölkerung ermutigt, ihm Anregungen und konkrete Namensvorschläge zukommen zu lassen. Bei Besuchen vor Ort wolle er mit den Menschen ins Gespräch kommen und ihre Lebensrealität kennenlernen, die nicht schwarz-weiß sei, sondern komplex.

3 | Montevideo. Weniger komplex soll es dieses Wochenende im Bistum Montevideo zugehen. Erzbischof Daniel Sturla hat seine Pfarreien angewiesen, während des Besuchs von Papst Leo XVI. in der uruguayischen Hauptstadt zwischen Samstagabend und Sonntagnachmittag sämtliche Messfeiern ausfallen zu lassen, um einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltungen zu gewährleisten.

4 | Vatikan. Papst Leo hat an die Bedeutung der Heiligkeit für das Leben als Christen erinnert. Sie sei „kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben“, sagte er beim Angelus-Gebet an Allerheiligen. Dabei erkenne Gott auch „das Gute, das wir nicht sehen“, und erreiche „Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben“.

5 | Limburg. In einem anderen Fall hat Leo scharfe Kritik für seinen Sprachgebrauch erhalten: Bischof Georg Bätzing äußerte in einer Stellungnahme auf der Webseite des Bistums Limburg seine Irritation über eine Äußerung des Papstes zu den Ursachen kirchlichen Missbrauchs. Dieser hatte die Einordnung als systematisches Problem zurückgewiesen und Missbrauch als „in erster Linie ein menschliches Problem“ beschrieben. Bätzing forderte dagegen auf, die Ergebnisse jüngerer Forschung ernst zu nehmen und anzuerkennen, dass „spezifische Strukturen der katholischen Kirche Missbrauch und dessen Vertuschung begünstigt haben“.

6 | Tarnów. In Polen ist erstmals ein Bischof wegen jahrelanger Verzögerung bei der Anzeige von Missbrauch verurteilt worden. Das Bezirksgericht von Tarnów verhängte eine Geldstrafe gegen den örtlichen katholischen Bischof, Andrzej Jeż. Wegen seiner Nichtanzeige sei die Verjährungsfrist für Sexualdelikte an 23 Jungen abgelaufen. In Polen ist es seit 2017 strafbar, glaubhafte Informationen über Kindesmissbrauch nicht der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu melden.

7 | Minsk. Im autoritär regierten Belarus ist ein Priester laut dem unabhängigen Portal katolik.life wegen angeblicher Förderung extremistischer Aktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Was ihm genau vorgeworfen wurde, ist demnach auch dem Erzbistum Minsk nicht bekannt. Die belarussischen Behörden gehen immer wieder willkürlich gegen die katholische Kirche vor.

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