Hilfe vor Ort?
Zum Kommentar „Würde hat keinen Pass“
Der Verweis auf das Refoulement-Verbot der Genfer Flüchtlingskonvention geht fehl. „Schwere Menschenrechtsverletzungen“ drohen den Ceuta-Flüchtlingen nicht. Sie kommen, um ihren schlechten wirtschaftlichen Lebensbedingungen zu entfliehen. Wir sind uns sicher einig, dass wir weder in Deutschland noch in Europa die über 800 Millionen Menschen, die in extremer Armut leben, aufnehmen können, so herzrührend die Einzelschicksale sind. Aufgabe muss es doch in erster Linie sein, mit aller Kraft sich einzusetzen, dass die Lebensbedingung vor Ort so sind, dass die Menschen in ihrer Heimat bleiben können. Frieden stiften gehört auch dazu.
Thomas Scholz (online)
Es ist der Mehrheit der Bevölkerung nicht zu vermitteln, warum wir, die steuerzahlenden Bürgerinnen und Bürger, für junge afrikanische Männer aufkommen sollen, die keine Perspektive sehen und uns, soweit sie Jugendliche sind, in jedem Einzelfall circa 6000 Euro monatlich kosten. Wer das weiterhin ignoriert, gießt Wasser auf die Mühlen der AfD und anderer Rechtspopulisten.
Ludger Roth, Bayreuth
Zerstörerisch
Zum Zeitgang „Fanal gegen die Finsternis“
Ich bin erschrocken, welche Ein- und Wertschätzung die überaus gewaltvolle Selbsttötung des Pfarrers Brüsewitz in diesem Artikel erfährt. Ich tue mich schwer, seinen zerstörerischen Akt in einem Atemzug mit den ermordeten Christen des Nationalsozialismus oder auch der Tötung des Jesus von Nazareth zu nennen. Hätten diese nicht das Leben gewählt, wenn sie eine Wahl gehabt hätten? Gewalt mit Gewalt zu beantworten, und wenn es Gewalt gegen das eigene Leben ist, ist nicht der Weg. So meine ich den gottverliebten Menschen aus Nazareth zu verstehen.
Katharina Weinzheimer, Andernach
Unergründlich
Zum Beitrag „Ein unfassbarer Gott“
Es wäre wünschenswert, dass die Erkenntnis in Sachen Theodizee, die in dem Artikel zum Tragen kommt, sich in unserer Kirche durchsetzen möge: „Gott heilt meine Krankheit nicht, aber er ist da, wenn ich daran leide und sterbe. Er trägt mich in der Hoffnung, dass mein Leben Zukunft hat, und in dem Glauben, dass er auch in den Menschen ist, die sich um mich kümmern.“
Franz Eckert, Langendorf
Naturkatastrophen, Schicksalsschläge, Krankheiten geliebter Menschen und unerhörte Gebete sind große Herausforderungen für unseren Glauben. Sie können jeden treffen, ob gut oder böse, und begründen die Negative Theologie. Ich denke, der unergründliche Gott hat eigene Pläne, die wir hinnehmen müssen. Wir dürfen aber hoffen, dass Gott uns hält, dass er in uns lebt – nach Meister Eckhart – und am Ende unseres Lebens alles offenbaren wird.
Uta Binz, Mainz
Wer über Gott und sein Wirken in der Welt sprechen will, hat zwei Möglichkeiten – entweder zu schweigen, wofür Rahners Zitat steht, oder „mittels“ Jesus Christus und seiner Kirchengeschichte dem Glauben einen Zugang im menschlichen Bewusstsein und Denkvermögen zu geben. Dass rationalisierenden Glaubens-Denkern bisweilen die religiöse Zuversicht fehlt, ist primär eine Frage des Denkens, nicht des Glaubens. Christliches Denken umfasst seit Augustinus beides, den Glauben wie das Wissen.
Josef Eisend, Malsch
Der Beitrag ist eine wohl immer wieder notwendige Erinnerung an ein Dilemma, dessen sich schon der heilige Augustinus vor 1600 Jahren bewusst war, als er in seinen Bekenntnissen ein sprachgewaltiges Gotteslob mit den Worten beendete: „Und was ist nun gesagt, mein Gott, mein Leben? Was sagt denn irgend ein Mensch, wenn er von Dir etwas sagt? Aber wehe denen, die da schweigen wollten über Dich, wo auch die Redseligen noch Stumme sind.“
Rudolf Kortenjann, Recklinghausen
Kirche im Dorf
Zum Beitrag „Kirchen als ‚Andersorte‘“
Mir ist es wichtig zu sagen: Unsere Kirchen müssen bleiben, so weit als nur möglich, denn sie gehören in ihrer Symbolik und als Ausdruck unserer christlichen Wertegemeinschaft zu den Grundlagen der christlichen Kultur, in den Städten und auf dem Land.
Otto Lutz, Weißenhorn