Kaufverhalten
Zum Kommentar „Ruhe für alle?“
„Die Sonntagsruhe ist nicht die Ursache leerer Innenstädte.“ Das ist der entscheidende Satz. Wer glaubt, durch durchgehende Ladenöffnung die Wirtschaft zu beleben oder den stationären Einzelhandel zu stärken, verkennt die Lage und ihre Ursachen. Die Menschen können den Euro nur einmal ausgeben. Machen sie dies am Sonntag und sorgen dann für Umsatz, tun sie es nicht mehr an einem anderen Tag. Der Umsatz wird also nicht mehr, sondern verteilt sich nur anders. Auch das Kaufverhalten ändert sich nicht durch einen zusätzlichen Ladenöffnungstag.
Michael Pfläging (online)
Sonntag ist der Tag der Ruhe auch für die Verkäuferin. Die Möglichkeiten des digitalen Kaufes schließen die Notwendigkeit der Sonntagsöffnung aus. Hier in Slowenien hat ein Referendum zum Glück und zur Zufriedenheit vieler sonntägliche Öffnungszeiten der Läden (bis jetzt!) verhindert.
Janez Juhant, Medvode / Slowenien
Elternzeit
Zum Zeitgang „Wessen Kind für wen?“
Der Artikel zeigt, dass Leihmutterschaft – auch wenn der Beweggrund Altruismus ist – letztlich ein kommerzieller Akt mit fragwürdigen Aspekten ist. Er kann zur „gespaltenen“ Mutterschaft führen. Leidtragende sind sowohl die austragende Frau, die vielleicht an dem Neugeborenen hängt und es behalten möchte, als auch das Kind, das seine Abstammung nicht kennt. Das Lebensglück ungewollt kinderloser Paare könnte sich erfüllen, wenn mehr Babys zur Adoption oder Pflege freigegeben würden, statt sie abzutreiben. Auch Heimkinder freuten sich über ein liebendes Elternpaar.
Uta Binz, Mainz
Ein Kind ist immer ein Geschenk Gottes und eine große Freude, aber für die Eltern auch eine deutliche Veränderung ihres Lebens! Ein Baby ist eben nicht wie ein neuer Mercedes, über den man sich auch sehr freuen, den man aber, wenn man gerade etwas anderes vorhat, in die Garage stellen kann. Deshalb ist es mir unverständlich, warum Jens Spahn zurückgetreten ist. Es gab doch eine bessere Lösung: Spahn hätte einfach für drei Jahre in Elternzeit gehen sollen! Damit hätte er seine persönliche Verantwortung gezeigt.
Thomas Michalski, Hildesheim
Warum muss der Mensch die Biologie immer wieder aushebeln aus Eigennutz und um sich selbst zu verwirklichen? Warum kann er eigene Grenzen und Unmöglichkeiten nicht akzeptieren und annehmen?
Monika Dittmann (online)
Endlich fängt sie an, die Auseinandersetzung um die Leihmutterschaft! Bei allem Verständnis für die Frauen und Eltern, die keinem Kind das Leben schenken können, ist der Blick zu einseitig auf das „Kind haben wollen“ der Erwachsenen ausgerichtet. Was eine Leihmutterschaft mit dem Kind macht, steht fast gar nicht im Fokus! Man beruft sich auf das Grundgesetz, und nimmt das einseitig für die Frau in Anspruch! Die Würde des neuen Lebens wird damit relativiert.
Wolfgang Zopora, Bad Alexandersbad
Nichts erklären
Zum Beitrag „Wer schreit, hat Vertrauen“
In seiner Todesnot klagt Jesus: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Ps 22,2) Könnte es sein, dass Jesus still weiterbetet? Wenig später heißt es in dem Psalm: „Dir haben unsere Väter vertraut, du hast sie gerettet, sie wurden befreit“ (22,5.6). Klage und Vertrauen wechseln hier durchgehend.
Bernhard Hertwig, Münster
Vor Jahren bin ich mal in eine Kirche gegangen, unter das Kreuz, habe laut geschrien, mich in eine Bank gesetzt und dann gedacht: So, jetzt weißt du es. Nach einer Weile bin ich getröstet nach Hause gegangen. Ich musste ihm nichts erklären. Erhellend war für mich, dass Schreien bei revoltierenden Kindern ebenfalls ein Vertrauensbeweis sein kann.
Klaus Honermann (online)
Leben deuten
Zur Reihe „Heilige Zeichen“
Die Reihe „Liturgie im Leben“ von Marco Bernini verdient ihren Namen wirklich. Er zeigt, wie Liturgie Pastoral sein kann: Wenn sie vom alltäglichen Leben her erklärt und gedeutet wird, kann sie das alltägliche Leben deuten helfen.
Klaus Heizmann, Saulheim