Während ich diesen Text schreibe, habe ich Brandgeruch in der Nase. Der Wind steht so, dass wir hier in Freiburg die Waldbrände riechen können, die gerade Frankreich heimsuchen. Es ist ein seltsames Gefühl, diese Naturkatastrophe so „hautnah“ mitzubekommen. Und eine Erinnerung, dass der Klimawandel uns alle betrifft, auch wenn die Brände gerade (noch) woanders wüten. Nachrichten aus einer hitzigen Woche.
1 | Castel Gandolfo. Papst Leo XIV. hat alle Gläubigen dazu aufgerufen, für die Zehntausende zu beten, die von den Waldbränden betroffen sind – und für jene, die zu helfen versuchen.
2 | Deutschland. Angesichts der wieder steigenden Temperaturen warnte der Präsident des Umweltbundesamtes Dirk Messner vor der Entstehung von „lebensgefährlichen Lebensräumen“. Dauerhaft hohe Temperaturen um 40 Grad führten zu deutlich höherer Sterblichkeitsrate bei Risikogruppen: „Das erleben wir gerade.“
3 | Mexiko. Im traditionell warmen Mexiko flammt eine neue Welle der Gewalt auf. Nachdem es während der WM spürbar ruhiger geworden war, berichtet das kirchliche Analysezentrum Centro Católico Multimedial jetzt von einer Zunahme an Gewaltverbrechen, unter anderem gegen Journalisten. Kriminelle Organisationen versuchten dabei immer direkter Einfluss auf das politische Geschehen im Land und die Wahl im nächsten Jahr zu nehmen.
4 | Österreich. Hitzig diskutiert wurde zuletzt ein social-media-Verbot für Kinder. Die österreichische Regierung hat jetzt ein Gesetz auf den Weg gebracht, nach dem entsprechende Webseiten und Apps erst ab 14 Jahren erlaubt sind. „Kinder haben ein Recht darauf, von der Politik geschützt zu werden“, so Vizekanzler Andreas Babler.
5 | Japan. In einem anderen Teil der Welt sollen Soziale Medien offiziell für mehr Kinder sorgen. Die Stadt Tokio hat vor zwei Jahren eine KI-gestützte Dating-App entwickelt, deren Erfolgsquote jetzt errechnet wurde. Nach Angaben der Regierung hat die App inzwischen 265 Eheschließungen ermöglicht. Die künstliche Intelligenz wurde auch entwickelt, um der notorisch niedrigen Geburtenrate in Japan auf die Sprünge zu helfen.
6 | Afghanistan. Soziale Medien einschränken oder fördern? In Afghanistan geht man jetzt einen deutlich radikaleren Weg: Die Taliban-Regierung hat ihren Beamten die Verwendung von Smartphones von höchster Stelle verboten. Bei Zuwiderhandlung droht die Kündigung. Offenbar fürchtet die islamistische Regierung westliche Einflüsse, wenn die Bevölkerung per Smartphone im Internet unterwegs ist. Andererseits fallen so auch Warn-Apps weg, die die Menschen vor den auch in dieser Region zunehmenden Extremwetterereignissen warnen könnten.
7 | USA. Wer bei Hitze ausreichend trinken will, sollte zu ungesüßtem Wasser greifen. In den USA will sich stattdessen eine vor kurzem gegründete Marke auf dem Getränkemarkt durchsetzen: der Energy-Drink Yahweh, der auf jeder Dose das Gesicht Christi zeigt. „Gott hat es uns ans Herz gelegt, das Evangelium gezielt mithilfe eines Energy-Drinks zu verkünden“, wird die Firmengründerin Corinne Kurin im Spiegel zitiert.