„Wer den Frieden will, bereite den Krieg vor“: Das „bittere alte Diktum“ kann mich nicht überzeugen. Wenn der potentielle Gegner ebenso handelt – womit man rechnen muss –, führt das zu einer nicht endenden Rüstungsspirale mit Kosten, die nicht zu verantworten sind, und mit dem Risiko, dass ein Staat doch losschlägt, um dem Gegner zuvorzukommen. Wirkliche Sicherheit ist nur mit, nicht gegen einen potentiellen Gegner zu erreichen.
Reinhard Haubenthaler, Markt Schwaben
Ich empfehle die Lektüre der Biographie von Wolf Biermann über die aus seiner Stasi-Akte gewonnenen Erkenntnisse über die „sogenannte Friedensbewegung“ in Deutschland in den 1980er-Jahren, die in weiten Teilen von der Stasi unterwandert und mitfinanziert wurde, mit dem Ziel, die damalige Bundesrepublik politisch zu destabilisieren. Genau das machen die russischen Kräfte auch heute, mit denen wir, laut Herrn Müller, in einen „Friedensdialog“ eintreten sollen.
Ulrich Bertram, Münster
Jesus forderte von seinen Anhängern Feindesliebe. „Waffen für den Frieden“ sind meiner Einschätzung nach unlogisch. Täglich sehen wir, wie sie in der Ukraine und anderen Krisengebieten Leben vernichten und Kriege am Laufen halten. Auch zur Abschreckung taugen sie nicht. Die endlose Nachrüstung auf allen Seiten verschlingt Unsummen, die für Lebensnotwendiges fehlen.
Uta Binz, Mainz
Ich habe 1960 meinen Wehrdienst und danach noch zwei Reserveübungen geleistet. Eine Wehrdienstverweigerung war damals für mich keine Option. Ich habe Achtung, wenn aus Gewissensgründen der Wehrdienst verweigert wird. Ebenso achte ich die Friedensaktivisten. Ich liebe den Frieden und will keinen Krieg. Aber: Wenn ich angegriffen werde, muss ich mich verteidigen dürfen. Das setzt Verteidigungsbereitschaft voraus.
Alfred Dilger, Rees
Es heißt, der Krieg bricht aus. Er ist ein Ungeheuer – die Griechen nannten ihn Ares, die Römer Mars. Auch im Alten Testament werden alle Feinde erschlagen. Es ist eine übermenschliche Macht im Krieg, sie ist nicht berechenbar, sie entmenschlicht und zerstört den Menschen, und der Einzelne kann sich dem nicht entgegenstellen. Franz Jägerstätter rettete seine Menschenwürde und verlor dafür sein Leben. Ist es im Sinne das Evangeliums, seinen irdischen Wohlstand durch Aufrüstung zu verteidigen? Arme können nicht aufrüsten.
Engelhard Troll, Kirchweidach
Wenn eine Seite aktiv Krieg führt – Angriffskrieg –, so wird sie erst dann zum Frieden bereit sein, wenn das vorgenommene Ziel (in diesem Fall die offen kommunizierte Auslöschung der Ukraine; andere Beispiele sind leider ebenfalls verfügbar) nicht mehr erreicht werden kann oder der Preis dafür zu hoch ist. Das ist die grausame Logik des Krieges und eines jeden Konflikts. Christ sein bedeutet für mich gerade nicht, vor dieser Grausamkeit die Augen zu verschließen und durch Schwächung der eigenen Position darauf zu hoffen, dass die von unchristlichen Gedanken und Werten getriebene andere Seite ihr Unrecht erkennt und einlenkt. Das wird nicht passieren.
Arno Geerds, Ottersberg