Ziffernstopp und KlammerklauRund um(s) Zahlen, Zählen und Abzählen

Heute ist der siebte November, in drei Minuten geht’s los, im Waschraum sind fünf Kinder … – im Kita-Alltag wimmelt es von Ziffern und Zahlwörtern. Welche Praxisimpulse das Zählen und Abzählen unterstützen, erfahren Sie hier.

Kinder spielen mit Wäscheklammern
© Heike Pfister

Den ganzen Tag über umgeben uns Ziffern: Die Kita hat eine Hausnummer, an Autos befinden sich Nummernschilder und der Kalender zeigt ein Datum an. Auch Zahlworte sind häufig zu hören, z. B. wenn sich die Kinder im Morgenkreis abzählen oder der Verkäufer im Supermarkt den Preis ansagt. Ab etwa zwei Jahren beginnen Kinder, die Zahlworte zu benennen und Ziffern zu erkennen. Sie lernen die Ziffern Null bis Neun kennen, können sie im Laufe der Zeit unterscheiden und die entsprechenden Zahlworte zuordnen, z. B.: Der Ziffer „1“ ist das Zahlwort „Eins“ zugeordnet. Ziffern haben dabei unterschiedliche Bedeutungen, sie können:

  • in Kodierungen zu finden sein (bspw. bei Telefonnummern),
  • Preise oder Gewichte angeben,
  • den Rangplatz nennen (bspw. „der Dritte“) oder
  • als Zahl die Anzahl von Dingen bestimmen (sog. Kardinalzahlaspekt).

Darüber hinaus lernen die Kinder die Zahlworte, allerdings zunächst noch ohne die feststehende Reihenfolge internalisiert zu haben. So können sie im Lauf der Zeit auch Zählen, und zwar zunächst, indem sie die aufsteigende Zahlwortreihe benennen. Üblicherweise beginnen die Kinder zunächst immer bei „eins“: „Eins, zwei, drei, vier“. Später entdecken sie, dass sie auch von einer beliebigen Zahl aus weiterzählen können: „Fünf, sechs, sieben“. Und meist noch später lernen sie, die Zahlworte auch in absteigender Reihenfolge zu benennen: „Drei, zwei, eins – los!“.
Beim Abzählen ermitteln die Kinder die Anzahl der zu zählenden Dinge. Hierbei lernen sie insgesamt fünf Abzählprinzipien (vgl. S. 10 ff.). Erst die Verbindung dieser fünf Prinzipien führt dazu, dass die Kinder die zentrale Kompetenz des Abzählens angemessen erlernt haben.

Ziffern im Alltag erkunden

  • Ziffernsafari: Gehen Sie mit den Kindern auf Entdeckungstour durch die Kita (s. auch S. 30) und suchen Sie dabei nach Ziffern aller Art, z. B. auf Uhren, Personenoder Küchenwaagen, bei Zimmernummern, in Kalendern und Telefonbüchern. Die Kinder können die Ziffern fotografieren und anschließend eine Ziffernwand gestalten. Diese Aktion lässt sich auch auf einen Ausflug ausweiten: Welche Ziffern finden die Kinder in Form von Hausnummern, Nummernschildern, an Bussen, Straßenbahnen und Stockwerken usw.?
  • Ziffernplaudern: Sprechen Sie mit den Kinder aktiv über die Ziffern, die ihnen im Tagesverlauf begegnen, z. B. indem Sie im Morgenkreis das Datum bzw. den Wochentag besprechen, die Ziffern auf dem Kalender begutachten, die aktuelle Uhrzeit bestimmen, Körperteile abzählen oder herausfinden, wie viele Tage es noch bis zum nächsten Kindergeburtstag sind.
  • Ziffernschau: Begutachten und untersuchen Sie gemeinsam mit den Kindern großformatige Ziffernbilder. Die Kinder können die Ziffern benennen und deren Formen beschreiben.
  • Zifferngestaltung: Die Kinder suchen Naturmaterialien und legen aus diesen die Ziffern Null bis Neun.
  • Ziffernmemo: Die Kinder gestalten ein eigenes Ziffernmemospiel und spielen damit gemeinsam.
  • Ziffern im Supermarkt: Begutachten Sie mit den Kindern beim gemeinsamen Einkaufen bewusst die Preise der Lebensmittel und deren Mengenangaben, die Nummerierung der Regale und die Ziffern auf dem Kassenzettel.
  • Ziffern in der Küche: Die Kinder wiegen und messen beim gemeinsamen Kochen und Backen Lebensmittel ab und setzen sich mit Ziffern in Form von Mengenund Zeitangaben auseinander.

Bewegungsreiche Abzähl- und Zahlenspiele

  • Ziffern in Bewegung: Beschriften Sie Teppichfliesen mit den Ziffern Null bis Neun und verteilen Sie diese im Raum. Zu jeder Ziffer sollten mehrere Teppichfliesen vorhanden sein. Benennen Sie zunächst mit den Kindern die Ziffern und geben Sie anschließend bspw. folgende Aufgaben: „Stellt euch bitte alle neben die Zahl Drei.“, „Versucht bitte, auf die andere Raumseite zu kommen, ohne die Fliesen mit der Zahl Fünf zu berühren.“, „Stellt euch bitte neben die Fliese, die eurem Alter entspricht.“, „Geht bitte zu den Fliesen mit der Zahl, die vor der Vier kommt.“
  • Ziffernstopp: Die Kinder bewegen sich zwischen den Fliesen umher. Auf ein Stoppsignal von Ihnen (z. B. Trommelschlag) bleiben sie stehen. Fragen Sie die Kinder nun bspw. „Vor welcher Zahl steht ihr?“, „Welche Zahl liegt rechts von euch?“ oder „Wer von euch steht vor der Sieben?“.
  • Würfelbewegung: Die Kinder einigen sich auf eine bestimmte Bewegung, z. B. Hampelmann. Anschließend würfelt ein Kind, bspw. mit einem großen Schaumstoffwürfel. Die Kinder zählen die Würfelaugen gemeinsam ab und führen die zuvor bestimmte Bewegung so oft aus, wie es das Würfelbild zeigt.
  • Klammerklau: Jedes Kind befestigt zwei Wäscheklammern an seiner Kleidung. Auf ein Startsignal hin versuchen die Kinder nun, die Klammern ihrer Mitspieler/-innen zu „klauen“ und diese an ihrer Kleidung zu befestigen. Beim Stoppsignal zählen die Kinder ab: Wer hat wie viele Klammern gesammelt?
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