Wer spricht, wenn Benedikt spricht?Über den Verzicht auf Amt und Autorschaft

Abstract / DOI

Who’s Speaking, When Benedict Speaks? On Resigning Offices and Authorship. This essay focuses on the double authorship of Ratzinger/Benedict XVI. Starting from Benedict’s remark that his work was completed during the interview Letzte Gespräche (2016), I discuss the ambivalence of personal and papal statements in the texts of Ratzinger/Benedict. A close reading of the foreword of Jesus of Nazareth (2007) and other texts shows that the author is well aware of the different authorial positions of speech. The theological fundation of authorial concepts like ‹I› and ‹identity› can be derived from Ratzinger’s Introduction to Christianity (1968). The resignation of Benedict XVI., I conclude, could not take place before his work, the Jesus Trilogy, was completed for reasons of authorial authorization.

«Werden Sie noch etwas schreiben?», wird der emeritierte Papst Benedikt XVI. von Peter Seewald fast beiläufig im Rahmen der Letzten Gespräche (2016) gefragt. «Nein! Nein, nein, nach Weihnachten wusste ich, das ist Nunc dimittis, ich habe mein Werk getan.»1 Das im vergangenen Jahr erschienene Buch mit dem bemerkenswert endgültigen Titel wurde nach seinem Erscheinen viel diskutiert und kommentiert. Diese Stelle allerdings überliest man leicht, obwohl sie eine der entscheidenden des gesamten Interviews darstellt. Immerhin zieht die Antwort Benedikts einen Strich unter das Schaffen eines überaus produktiven Autors, dessen Gesammelte Schriften ( JRGS) in 16 Bänden erscheinen. «[I]ch habe mein Werk getan.» Diese Aussage verdeutlicht zugleich, wie eng der Verzicht auf das Schreiben mit dem Verzicht auf das Amt des Papstes – um genau zu sein: auf seine aktive Ausübung – verknüpft ist. Mit seinem Rücktritt zieht sich Benedikt aus der Öffentlichkeit zurück, er «entweltlicht» sich selbst, das Amt und seine Autorschaft zugleich. Das Werk dieses Autors und Papstes ist damit vollbracht.

Benedikts Antwort fällt alles andere als beiläufig aus, sondern ist pointiert, anspielungsreich und vieldeutig wie die meisten seiner Aussagen. Allerdings lässt sie offen, warum genau das Werk denn nun vollendet sei? Und vor allem wessen Werk? Der Satz «ich habe mein Werk getan» konstituiert nämlich eine rhetorische Spannung, die sich daraus ergibt, dass Benedikt als Papst über ein «Werk» spricht, das nicht sein Werk allein ist, sondern auch das Werk Joseph Ratzingers. Oder umgekehrt: Dass hier Ratzinger über sein Werk in der Rolle des Papstes spricht. Wenn Benedikt «ich» sagt, ist dieses Ich ambivalent, weil er sich damit auf die Person und das Amt zugleich beziehen kann. Bereits in Ratzingers Einführung in das Christentum von 1968 finden sich in dieser Hinsicht bemerkenswerte Ausführungen zum «Ich» sowie zur Identität von Amt und Person. Hier entfaltet er eine geradezu poetische Theologie, aus der sich Benedikts Selbstverständnis als Autor ableiten lässt. Dazu später mehr. Zunächst noch einmal zurück zu den Letzten Gesprächen.

In den Interviews spricht, daran lässt die Gestaltung des Buches keinen Zweifel, der (emeritierte) Papst. Die Interviews wurden unter dem Namen «Benedikt XVI.» veröffentlicht; der Umschlag und die illustrativen Fotos im Band zeigen Joseph Ratzinger in weißer Soutane, mit Scheitelkäppchen, von Menschen umjubelt als Benedikt XVI.; der Interviewte wird als «Papa Benedetto» und «Heiliger Vater» angesprochen; eingeschobene Bemerkungen zu den emotionalen Regungen des Interviewten lauten: «Papst lacht», oder «der Papst weint». Andererseits ist an dieser Stelle aber von einem «Werk» die Rede, das offenbar das Wirken Benedikts überschreitet und die früheren Schriften Joseph Ratzingers, des Theologen, Kardinals und Präfekten der Glaubenskongregation, miteinschließt. Benedikt redet als Ratzinger, das Ich meint beide, das Werk, von dem die Rede ist, ist nicht das Werk Benedikts allein, sondern auch Ratzingers Werk. Mithin, es stellt sich die Frage: Wer spricht, wenn Benedikt spricht?

Diese Lesart mag spitzfindig, übertrieben philologisch oder gar dekonstruktiv wirken, aber vor allem ist sie notwendig, um zu verstehen, was bei der doppelten Autorschaft von Ratzinger und Benedikt theologisch und kirchenpolitisch auf dem Spiel steht. Dass es nämlich entscheidend ist, wer spricht – ob Ratzinger oder Benedikt oder beide –, stellte sich zum Beispiel bei der Debatte um wiederverheiratete Geschiedene 2014 heraus. Aktualisierte Ratzinger seinen Text «Zur Frage nach der Unauflöslichkeit der Ehe» von 1972 lediglich aufgrund theologischer Überlegungen für die Publikation in seinen Gesammelten Schriften, die übrigens auf «persönlichen Wunsch des Heiligen Vaters […] unter dem Namen des Autors Joseph Ratzinger publiziert» werden (Geleitwort des Herausgebers Gerhard Ludwig Müller)? Oder mischte sich Benedikt kirchenpolitisch motiviert als «Dagegen-Papst» (SZ vom 17.11.2014) in die Scheidungsdebatte ein?

Weiterhin scheinen die obigen Überlegungen zur Antwort des Papstes auf die Frage, ob er noch etwas schreiben wird, überhaupt nicht abwegig zu sein, wenn man bedenkt, dass das Verhältnis der Autoren Joseph Ratzinger und Benedikt XVI. zueinander in den Büchern, die nach der Wahl zum Papst am 19. April 2005 erschienen sind, durchgängig mehr oder weniger explizit thematisiert und theologisch reflektiert wird. Dabei geht es vor allem darum, zu klären, wie die etymologisch verwandten Phänomene Autorität und Autorschaft ausgestaltet werden und durch das Verständnis von Amt und Person bestimmt sind. Die – mit Ratzingers Wort – «Beziehentlichkeit» von Ratzinger und Benedikt verdient aber auch deshalb ganz besondere Beachtung, weil die derart ambivalente, doppelte Autorschaft eines Autors mit zwei Namen in dieser Form einmalig ist, und weil außerdem Benedikt XVI. überhaupt der erste Papst ist, der nicht nur mit Enzykliken und Lehrschreiben an die Öffentlichkeit getreten ist, sondern ein dezidiert theologisches Werk wie Jesus von Nazareth (ersch. in drei Bd. 2007, 2011, 2012) verfasst hat. «Ich wusste einfach, dass ich das schreiben muss», heißt es dazu im Interview mit Peter Seewald.

So könnte man annehmen, dass vor allem dieses Werk, die Jesus-Trilogie, gemeint ist, wenn Benedikt sagt, das Werk sei getan. Im ersten Band, der vor mittlerweile zehn Jahren erschienen ist, beweist der Autor des Buches an exponierter Stelle im Vorwort ein aufmerksames Bewusstsein dafür, dass die Frage, wer den Text autorisiert, von entscheidender Bedeutung ist:

Gewiss brauche ich nicht eigens zu sagen, dass dieses Buch in keiner Weise ein lehramtlicher Akt ist, sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens «nach dem Angesicht des Herrn» (vgl. Ps 27,8). Es steht daher jedermann frei, mir zu widersprechen. Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.2

Das Buch wird mit dieser auktorialen Vorbehaltsklausel versehen und dadurch der Person des Autors «Ratzinger» zugeschrieben. Auf eine Autorisierung qua Amt wird ausdrücklich verzichtet. Dem widerspricht auffälligerweise, dass das Buch unter beiden Namen «Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.» erschienen ist und dass das Vorwort mit beiden Namen signiert wurde. Die Nennung beider Namen spricht dafür, dass es bei der Autorschaft dieses Buches weitaus weniger persönlich zugeht, als in dem Zitat behauptet wird. Dass diese Stelle in so gut wie jeder Rezension und jedem Kommentarband Beachtung findet und im Klappentext sowohl des ersten als auch des zweiten Bandes zitiert wird, lässt außerdem darauf schließen, dass das Buch offensichtlich nur dann angemessen zu verstehen ist, wenn seine Autorschaft geklärt ist – und das ist sie durch die «Vorbehaltsklausel» nur scheinbar.

Das Vorwort dient klassischerweise als Ort, an dem sich ein Autor über seine Autorschaft verständigt, an dem sich der Autor als Subjekt des Textes positioniert. Der Autor verwandelt sich im Vorwort von einer vorgängigen Instanz zu einem Produkt oder Effekt seiner Texte. Jeder Text bringt auf diese Weise seinen eigenen Autor hervor. «Das Ich, das den Text schreibt, ist selbst immer nur ein Papier-Ich.»3

Im Vorwort des Jesus-Buches, das mit der auktorialen Vorbehaltsklausel endet, definiert Ratzinger/Benedikt einige Seiten zuvor, was Inspiration bedeutet. Sie ist das Gegenteil seines ‹persönlichen Suchens›. Er schreibt: «Der Autor spricht nicht als privates, in sich geschlossenes Subjekt. Er spricht in einer lebendigen Gemeinschaft und so in einer lebendigen geschichtlichen Bewegung, die er nicht macht und die auch vom Kollektiv nicht gemacht wird, sondern in der eine größere führende Kraft am Werk ist.»4 Im gleichen Vorwort, in dem der Autor beteuert, dass das Jesus-Buch Ausdruck des «persönlichen Suchens» sei, erläutert er das gegenteilige, nämlich unpersönliche Paradigma der Inspiration.

Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn Benedikt nicht ausgerechnet dieses inspirierte Sprechen «in einer lebendigen Gemeinschaft», bei dem «eine größere führende Kraft am Werk ist», in einem anderen Interview mit Peter Seewald für sich und sein Sprechen als Papst beanspruchen würde. In diesem Interview, das unter dem Titel Licht der Welt (2010) erschienen ist, beweist Benedikt sein Bewusstsein für die Bedeutung von Personalpronomina und spricht dabei über Ratzinger, also sich selbst, in der dritten Person:

[E]s gibt nun beides, das «Ich» und das «Wir». Denn in ganz vielen Dingen sage ich ja nicht einfach bloß, was Joseph Ratzinger eingefallen ist, sondern rede aus der Gemeinschaftlichkeit der Kirche heraus. […] Insofern hat das «Wir» nicht als Majestätsplural, sondern als Realität des Kommens von den anderen her, des Redens durch die anderen und mit den anderen, seinen berechtigten Stellenwert. Wo man aber als «Ich» etwas Persönliches sagt, muss dann auch das «Ich» auftreten.5

Diese Erklärung unterstreicht einmal mehr, wie bedeutsam die Frage «Wer spricht» dafür ist, wem die Verlautbarungen und Bücher, die unter beiden Namen erschienen sind, zugeschrieben werden. Im Verlauf des Jesus-Buches jedenfalls schreibt sich der Autor Schritt für Schritt in die Rolle eines Subjekts hinein, das aus der «Gemeinschaftlichkeit der Kirche» heraus redet, also als Papst spricht. Diese Strategie einer rhetorischen Autorisierung des Buches durch das Sprechen als Papst kulminiert im Schlusssatz des ersten Bandes der Jesus-Bücher, in dem Benedikt nicht als er selbst, sondern als ein anderer, nämlich mit den Worten Petri spricht: «Im Bekenntnis von Nizäa sagt die Kirche immer neu mit Petrus zu Jesus: ‹Du bist Christus, der Sohn des lebendigen Gottes› (Mt 16,16).»6 Mit dem letzten Satz des Buches hat sich der Autor vom persönlichen Suchen Ratzingers gelöst und die Rolle des Papstes eingenommen, der mit der Autorität des Nachfolgers Petri spricht, indem er sich dessen Worte zu eigen macht.

Eine aufmerksame Lektüre der Jesus-Bücher zeigt, dass sich der Autor der Bedeutung seiner Autorschaft durchaus bewusst ist, insbesondere ihrer christologischen Bedeutung. Dies wird deutlich, wenn Ratzinger/Benedikt seine an der kanonischen Exegese orientierte Methode erläutert, die von der «Einheit der Schrift» ausgeht, als deren Autoren drei «ineinanderwirkende Subjekte» fungieren. Ebenso spielt Autorschaft eine entscheidende Rolle im Kontext der sogenannten johanneischen Frage («Wer ist der Autor des Johannesevangeliums?»), mit der die «historische Glaubwürdigkeit» und die «Autorität» des Evangeliums auf dem Spiel steht – und damit auch die Überzeugungskraft von Ratzingers/Benedikts Auslegung, die sich ganz wesentlich darauf stützt.

Das Johannesevangelium stellt überhaupt die wichtigste Grundlage für das Jesus-Buch dar, ebenso wie bereits für Ratzingers frühere christologische Schriften, insbesondere die Einführung in das Christentum, in der vieles von dem, was Ratzinger/Benedikt in der Jesus-Trilogie ausführt, vorweggenommen wird. Auf faszinierende Weise lassen sich viele Stellen aus der Einführung in das Christentum wie eine christologische Poetologie religiöser Autorschaft lesen. Wenn man noch einmal an die eingangs aufgezeigte Ambivalenz der Sprechinstanz in dem Satz «ich habe mein Werk getan» zurückdenkt, bekommt das, was Ratzinger 1968 in seiner Einführung über das Ich geschrieben hat, eine eigentümliche zweite, poetologische Dimension.

Das Ich ist zugleich das, was ich ganz habe und was am wenigsten mir gehört. So wird hier noch einmal der Begriff der bloßen Substanz (= des in sich Stehenden!) durchbrochen und sichtbar gemacht, wie ein sich wahrhaft verstehendes Sein zugleich begreift, dass es im Selbersein sich nicht selbst gehört; dass es nur zu sich selbst kommt, indem es von sich selbst weggeht und als Beziehentlichkeit in seine wahre Ursprünglichkeit zurückfindet.7

Ratzinger beschreibt hier eine christologische Denkfigur, die er an verschiedenen Stellen seines Werkes (in einem grundlegenden Aufsatz über «Theologie und Kirche» von 1986, aber auch im ersten Jesus-Buch) als Subjektwechsel bezeichnet hat und die beschreibt, dass das autonome, in sich selbst stehende Subjekt in ein neues gemeinschaftliches Subjekt, nämlich die Gemeinschaft der Kirche, transzendiert wird und dadurch ständig in Differenz zu sich selbst steht. Genau dieser Subjektwechsel erklärt auch die irritierende Ambivalenz der doppelten Autorschaft, die sich daraus ergibt, dass das Ich Benedikts ständig zwischen Ratzinger und Benedikt oszilliert, dass dieses Ich im Sich-Selber-Aussprechen «sich nicht selbst gehört», sondern erst in der Beziehentlichkeit von Ratzinger und Benedikt seine wahre Ursprünglichkeit entdeckt.

Auch dass sich diese Autorschaft weder in der Form der Person (Ratzinger) noch in der Institution des Amtes (Benedikt) erschöpft, sondern beides unauflöslich miteinander verbunden sein muss, findet sich bereits in Ratzingers Einführung in das Christentum begründet, wo er prägnant formuliert: «Die eigentliche Aussage des Glaubens ist nämlich eben diese, dass es bei jenem Jesus nicht möglich ist, Amt und Person zu unterscheiden; diese Differenz wird ihm gegenüber einfach gegenstandslos. Die Person ist das Amt, das Amt ist die Person.»8 Im Laufe der folgenden zwei Seiten schließen weitere Chiasmen an, die deutlich machen, dass es sich mit Autor und Text, Person und Werk nicht anders verhält als mit Person und Amt: «[D]as Ich ist das Werk, und das Werk ist das Ich.»9 Diese Formulierungen bekräftigend heißt es viele Jahre später im Jesus-Buch: «Er ist ganz mit seinem Amt eins; sein Auftrag und sein Selbst lassen sich gar nicht voneinander trennen. Sein Auftrag ist so zu Recht Teil seines Namens geworden.»10 Von diesem Selbstverständnis her kann sich also Ratzinger auch durch seinen Rücktritt nicht von seinem Amt lösen, weil die Person das Amt, das Amt die Person ist. «Immer – wer das Amt des Nachfolgers Petri annimmt, […] gehört immer und ganz allen, der ganzen Kirche», sagt Benedikt konsequenterweise bei seiner letzten Generalaudienz auf dem Petersplatz am 27. Februar 2013.

Die poetische Faszination der zitierten Textstellen aus der Einführung besteht darin, dass sich Ratzingers Aussagen über Jesus, über die Identität von Amt und Person, von Ich und Werk rückblickend so lesen lassen, als entfalteten sie das Prinzip der doppelten Autorschaft von Ratzinger und Benedikt lange im Voraus. Besonders bemerkenswert ist es, dass dabei die Beziehentlichkeit im Vordergrund steht, die ja eigentlich die «Beziehentlichkeit» zu Jesus meint, der am Ursprung des Werkes steht. Jesus fungiert gleichsam als Paradigma der Autorität und der Autorschaft. Jesus weiß mehr, als der Autor wissen kann, und von Jesus geht alles aus, weil «seine Botschaft selber, von rückwärts gelesen, so ist, dass sie immer in dieses Ich, in die Identität von Wort und Person hineinläuft, auf sie zuführt.»11 Diesem Ich kann der schreibende Autor nur nachfolgen. Die Loslösung von der eigenen autonomen Subjektivität des Ichs zum gemeinschaftlichen Subjekt der Kirche, dieser transzendierende Subjektwechsel begründet letztlich die Autorisierung eines Werkes, in dem nicht nur gesagt wird, «was Joseph Ratzinger eingefallen ist», sondern das aus der «Gemeinschaftlichkeit der Kirche» heraus geschrieben ist. Diese einmalige Art von Autorisierung ist nur einem amtierenden Papst möglich.

Daher konnte der Rücktritt Benedikts von der ‹amtlichen Vollmacht für die Leitung der Kirche›, auch wenn er schon sehr viel früher mit diesem Gedanken gespielt haben mag, erst erfolgen, nachdem das «Werk» vollendet war, also erst nachdem der dritte und letzte Band der Jesus-Trilogie zu Weihnachten 2012 erschienen war. «[N]ach Weihnachten wusste ich, das ist Nunc dimittis, ich habe mein Werk getan», erklärt Benedikt daher seinem Gesprächspartner über das Ende seiner Autorschaft, das mit dem Verzicht auf das Amt einhergeht. Mit dem Nunc dimittis spricht Benedikt erneut nicht als er selbst, sondern als ein anderer, diesmal aber nicht im Namen Ratzingers oder Petri, sondern mit den Worten Simeons, der sagt: «Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen» (Lk 2,29f ).

Meinem Vater gewidmet.

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