Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist ein Waisenkind, weiß der Volksmund. So wundert es auch nicht, dass in der Presse diskutiert wurde, wer sich den jüngsten diplomatischen Erfolg in der Ukraine auf die Fahne schreiben kann. „Vermittelte Papst Leo oder die First Lady?“, titelte etwa domradio.de. Seit Dienstag gilt in der von russischen Truppen besetzten südukrainischen Frontstadt Oleschky eine lokale Waffenruhe. Am 23. Oktober hatte das Weiße Haus gemeldet, First Lady Melania Trump habe „erfolgreich eine Waffenruhe ausgehandelt“. Dies geschah jedoch eine Woche, nachdem der Papst genau zu diesem Thema mit den Präsidenten von Russland und der Ukraine telefoniert hatte. Noch von der römischen Gemelli-Klinik aus hatte Leo XIV. Wladimir Putin zu einer Waffenruhe für Oleschky aufgerufen. Bei dem Telefonat am 16. Oktober appellierte der Papst an den Kreml-Chef, Hilfslieferungen und eine Evakuierung der Bevölkerung der seit 2022 besetzten Stadt zuzulassen. Den Menschen vor Ort, dürfte es nicht so wichtig sein, wem genau sie für die Verhandlungen gratulieren müssen. Hauptsache, die Waffenruhe hält.