Haben Sie sich in den letzten Tagen auch dabei erwischt, wie Sie immer wieder auf die Uhr geschaut und sich gewundert haben? Die Zeitumstellung wirbelt unsere innere Uhr durcheinander, in der Winterzeit aber auf durchaus angenehme Weise. Wie schön, wenn es plötzlich früher ist als erwartet! Wenn man sich doch noch einen Moment mehr Zeit lassen kann, sich nicht zu beeilen braucht. In einer zunehmend atemlosen Welt eine sehr willkommene Abwechslung.
1 | Deutschland. Die evangelische Hoffnungskirche in Würzburg bot zur Zeitumstellung einen Nachtgottesdienst an. „Man kann diese Stunde in der Nacht verschlafen, aber auch viel mehr damit machen“, hieß es in der Ankündigung.
2 | USA. Donald Trump würde eine weitere Stunde vermutlich für den immer verbisseneren Wahlkampf der Midterms nutzen. Zuletzt ging ein Video um die Welt, in dem katholische Bischöfe den US-Präsidenten segnen. Die Kirchenmänner gaben inzwischen bekannt, dass sie nichts von der Videoaufzeichnung wussten, einige entschuldigten sich öffentlich. Immerhin – so muss man inzwischen wohl sagen – war das Video diesmal echt und kein KI-Fake.
3 | Brasilien. Von Nord- nach Südamerika: Hier haben sich Dutzende von Bischöfen ganz offen für den amtierenden Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva ausgesprochen, der in einer Stichwahl gegen den Rechtskonservativen Flávio Bolsonaro gewonnen hat. Das Hilfswerk Adveniat zeigte sich erleichtert über den Sieg, auch in Bezug auf den Regenwald: „Lula da Silva hat zumindest dafür gesorgt, dass weniger abgeholzt wird.“
4 | Israel. Wie es nach der Wahl in Israel politisch weitergehen wird, stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bat kurz vor der Auszählung noch um Hilfe von oben – oder wollte bei religiösen Wählern punkten, je nach Lesart. Wie der israelische Sender Arutz Sheva meldete, steckte Netanjahu einen Gebetszettel zwischen die Steine der Klagemauer. Darauf bat er unter anderem „für den Sieg über unsere Feinde und für den Sieg unseres Volkes“.
5 | Deutschland. Welche Art von Gebet ist angemessen? Diese Frage stellte sich bei der TV-Castingshow The Voice. Eine evangelische Sängerin weigerte sich, das Lied Ave Maria zu singen, weil sie es als Gebet an die Gottesmutter interpretierte. Stattdessen durfte sie mit dem ökumenischeren Song Gratitude auftreten – und kam eine Runde weiter.
6 | Rom. Nicht weiter ging es für Pilger der traditionalistischen Wallfahrt Ad Petri Sedem, die am letzten Wochenende im Petersdom beten wollten. Ihnen wurde kurzfristig der Zutritt untersagt. Im vergangenen Jahr hatte die Gruppe dort eine Alte Messe gefeiert, die Medienberichten zufolge als „zu triumphalistisch“ wahrgenommen wurde.
7 | Deutschland. Und nocheinmal Würzburg: Nachdem hier im Mai der Katholikentag gefeiert worden war, wurden jetzt rund 16000 Euro an die Klima-Kollekte gespendet. Damit sollen die Emissionen der Großveranstaltung ausgeglichen werden. Eine schöne Geste für alle, die sich nicht nur über eine zusätzliche Stunde freuen sondern auf eine lange Zukunft der Menschheit hoffen.