Vielstimmig
Zum Editorial „Bandbreite“
Eine Leserin hat geschrieben, dass es ihr an „evangelischen Themen“ im CIG mangelt. Dazu ein paar ganz persönliche Worte: Ich freue mich immer, wenn ich höre, dass evangelische Christen den CIG lesen. Ich habe mein Leben lang in Diasporasituationen gelebt. In Sachsen und in Thüringen immerhin noch in Städten mit „großen“ katholischen Gemeinden. Dort waren wir in den 80er-/ 90er-Jahren ökumenisch sehr aktiv und wir hatten auch das Gefühl eines echten Interesses der Konfessionen am jeweils „anderen“.
Tobias Lange (online)
Sie fragen, ob im Blatt mal diese, mal jene christliche Stimme fehlt? Ich bin zwar selbst römisch-katholisch, aber höre und lese lieber Ökumenisch-Katholisches. Da liegt wohl auch die christliche Zukunft!
Franz Müller, Nürnberg
Weihefrage
Zum Beitrag „Funktion und Praxis“
Die Leute fragen bei der Predigt nicht, ob der Prediger oder die Predigerin geweiht ist, sondern, ob er/sie es kann. Die theologische Begründung, warum Nichtgeweihte in Wort-Gottes-Feiern predigen dürfen, aber in Eucharistiefeiern nicht, ist nicht vermittelbar, auch mir nicht. Nichtgeweihte schreiben gute Predigtbücher und -anregungen, die von viel beschäftigten Pfarrern eifrig benutzt werden, oder sind gar in der Predigerausbildung tätig – aber selber predigen dürfen sie nicht.
Alwin F. Linnenbrink, Menden
Warum schlägt sich die Kirche jahrzehntelang mit Notlösungen wie Laienpredigt herum? Es ist höchste Zeit, endlich Konsequenzen aus dem Priestermangel zu ziehen! Das Diakonat der Frau und die Aufhebung des Zölibats könnten Türen in die Zukunft öffnen: Dann wäre auch die Einheit von Wort und Sakramtent an Altar und Ambo wieder gegeben. Frauen hätten den ihnen zustehenden Platz am Altar.
Herbert Buchner, Siegsdorf
In den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts durfte ich mehrfach (und nicht nur in meiner Heimatpfarrei) predigen, weil mich der an sich dafür zuständige Priester darum gebeten hat. Nicht nur er war darüber froh, sondern auch die Zuhörer waren zufrieden. Frau Edenhofer hat völlig recht, dass die – jetzt wieder – herrschende Ämtertheologie eher „höfisch Hierarchisches“ transportiert als Christliches. Immerhin sind wir ja alle aufgerufen: „Verkündet (es) von den Dächern“ (Mt 10,27). Warum das unterhalb des (Kirchen-)Daches nur für die Priester gelten soll, entbehrt der tieferen Begründung.
DDr. h.c. Dr. iur. Walter H. Rechberger, Wien
Sämtliche Liturgie, die Rollen und der Status von Klerikern und „Laien“ darin und auch alles Konfessionelle sind von Menschen erdacht. So hat Jesus sich das sicherlich nicht vorgestellt, als er uns bat: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19).
Reinhard Grave, Belm
An Bord
Zum Kommentar „Nicht im Liegestuhl“
Der Einstieg „Karsamstag auf dem Kreuzfahrtschiff“ hat mich begeistert. Wie bitte – ein christlicher Redakteur am höchsten Feiertag auf weltlicher Entspannungstour statt im geschützten Raum liturgischen Wohlgefühls einer Domkirche oder eines Klosters? Dort haben Sie die Welt der Menschen gesehen, wie sie wirklich ist!
Michael Rösler-Goy, Prien a. Chiemsee
Der Artikel hat mich zum Widerspruch gereizt, denn es gibt auch andere Erfahrungen. Seit etlichen Jahren begleite ich Kreuzfahrten auf den kleinen Hochseeschiffen der Phoenix-Gruppe. Auf diesen Schiffen fahren – im konfessionellen Wechsel – katholische und evangelische Bordpfarrerinnen und Bordpfarrer mit. Sie sind in großer ökumenischer Gemeinsamkeit für die Gäste da.
Raimund Blanke (online)
Persönlich
Zum Artikel „Entbittern“
Ein sehr wichtiges Thema. Vielen Dank, dass Sie das hineingenommen haben. Der Rückgriff auf Franziskus (auch ich mag ihn sehr) ist genial. Ich hätte mir allerdings vom Autor eine persönliche Erfahrung gewünscht, wie ihm das „Entbittern“ geglückt ist.
Wolfgang Koch, Laichingen