Beten heißt: Gott beim Namen nennen – Ihn, bei dem wir selbst einen Namen haben. In der Haltung derer, die Gott beim Namen rufen, weil sie bei Ihm einen Namen haben, sollen wir beten… Wer sich vor Gott zur Sprache bringt, der betet. Einbringen kann und darf er dabei alles, was ihm einfällt. Betend sich vor Gott bringen – das besagt daher: die Dinge in Worte bringen, die jetzt in der Situation, in der ich mich befinde, die Dinge meines Lebens sind.
Bernhard Sill, in: „Wie gutes Leben gelingt. Optionen christlicher Spiritualität“ (Pustet, Regensburg 2026)