Glauben ist mehr als Wissen, Bekennen und Vertrauen. Mein Verstand sagt mir: Die Welt und das Weltall in seiner unglaublichen Weite können nicht aus dem Nichts entstanden sein, es gab einen Anfang. Die Überlieferungen sagen mir: Es hat einen Menschen gegeben, Jesus, dessen Worte und Taten die Welt verändert haben und noch immer verändern können. Die Wissenschaften sagen mir: Wir wissen schon sehr viel, kommen aber aus dem Staunen nicht heraus. Meine Alltagserfahrung sagt mir: Ich bin nicht allein auf der Welt, ich bin Teil eines Netzwerks und von vielen abhängig. Gemeinschaften sind mir wichtig. Meine Lebenserfahrung sagt mir: Es gibt nicht nur Freude und Glück, sondern auch Leid und Unglück. Trotzdem kann ich zuversichtlich sein, dass nichts vergeblich ist. Mein Herz sagt mir: Ich schaffe es, ich kann stark sein, ich kann vieles ändern, wenn ich nur das Gute will und verzeihen kann. Meine Träume sagen mir: Es wird alles besser, schöner. Meine Sehnsucht sagt mir: Friede ist möglich, wir müssen ihn aktiv leben und bewahren. Meine Hoffnung sagt mir: Das Leben geht nach dem Tod weiter, anders als heute, verwandelt, eigentlich noch unvorstellbar.
Helmut Waltersdorfer, in: „Beten heißt Raum schaffen für Veränderungen“ (Neuhofen an der Krems, 2026)