Auch jenseits der großen Kriegs- und Krisenschauplätze dreht sich die Welt weiter. Und tatsächlich speisen sich Nachrichten üblicherweise aus Negativem und Positivem, Nachdenkenswertem und Kuriosem. So auch dieser Wochenrückblick.
1 | Wien. Beim Eurovision Song Contest in Wien sind die befürchteten anti- israelischen Proteste weitestgehend ausgeblieben. Im Finale erreichte der israelische Sänger Noam Bettan den zweiten Platz hinter der bulgarischen Künstlerin Dara. Im Vorfeld hatten Spanien, Slowenien, Irland, Island und die Niederlande wegen der Teilnahme Israels ihren Startverzicht erklärt.
2 | Edinburgh. Die Church of Scotland hat eine formelle Entschuldigung für ihre historische Rolle in der Sklaverei veröffentlicht. Eine Arbeitsgruppe soll nun Handlungen der Reue, Gerechtigkeit und Versöhnung prüfen.
3 | Karlsruhe. Das christliche Hilfswerk Open Doors hat im Rahmen der Open-Doors-Tage in Karlsruhe dazu aufgerufen, sich weltweit für verfolgte Christinnen und Christen einzusetzen. Die Organisation veröffentlicht jährlich einen „Weltverfolgungsindex“. Demnach seien derzeit mehr als 388 Millionen Menschen wegen ihres christlichen Glaubens Verfolgung oder Diskriminierung ausgesetzt – vor allem in Ländern Nord- und Mittelafrikas sowie Asiens. Open Doors ist in 70 Ländern für Christen im Einsatz.
4 | Vatikan. Ein Kardinal, der früher in der Schweizergarde gedient hat? Davon gab es nur einen einzigen: Emil Paul Tscherrig, Diplomat des Heiligen Stuhls, in insgesamt 25 Ländern Nuntius unter Paul VI., Johannes Paul I., Johannes Paul II., Benedikt XVI. und Franziskus – und von Letzterem zur allgemeinen Überraschung am 23. September 2023 zum Kardinal ernannt, als erst zehnter Schweizer in der Geschichte der Kirche. Tscherrig starb am 12. Mai im Alter von 79 Jahren, am 15. Mai zelebrierte Papst Leo XIV. im Petersdom die Trauerfeier.
5 | Tschechien. In Tschechien wurde ein 35-Jähriger festgenommen, der den 800 Jahre alten Schädel der heiligen Zdislava aus einer Kirche im nordböhmischen Ort Jablonné v Podještědí gestohlen und in Beton gegossen hatte. Der Schädel konnte sichergestellt und vom Beton befreit werden. Der Täter sagte, ihn habe gestört, dass der Schädel getrennt vom Körper zur Schau gestellt wurde. Daher habe er ihn in einem Fluss bestatten wollen. Die böhmische Adelige hatte im 13. Jahrhundert mehrere Klöster und Krankenhäuser gegründet. Sie gilt als eine der wichtigsten Schutzheiligen Tschechiens und wurde 1995 von Papst Johannes Paul II. heiliggesprochen.
6 | Vatikan. Bei einer Veranstaltung des vatikanischen Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog hat Papst Leo XIV. eine jordanische Delegation empfangen, angeführt von Prinz Hassan bin Talal. Die Gespräche kreisten um menschliches Mitgefühl in der Moderne. In Jordanien ist der sunnitische Islam Staatsreligion, doch die rund 170000 Christen machen über fünf Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Sie gelten als weitgehend respektiert, im Parlament sind Christen durch garantierte Sitze vertreten. Das Dikasterium für den Interreligiösen Dialog wurde 1964 durch Papst Paul VI. als Sekretariat für Nicht-Christen errichtet und erhielt 1988 seinen heutigen Namen.
7 | Hannover. Die frühere EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann trifft sehr konkrete Vorkehrungen für die eigene Beerdigung. Unter den Liedern solle auf jeden Fall Geh’ aus mein Herz und suche Freud von Paul Gerhardt (1607–1676) sein, erklärte sie jetzt in einem Interview mit katholisch.de. Am 27. Mai jährt sich der Todestag des großen Kirchenlied-Dichters zum 350. Mal. Die evangelische Kirche feiert das Paul-Gerhardt-Jahr mit zahlreichen Veranstaltungen und viel Musik.