Ehre sei Gott in der HöheDie Musik der Engel – und was Komponisten von Gustav Mahler bis Olivier Messiaen aus ihr machen

Isenheimer Altar, Detail
Isenheimer Altar, Detail © gemeinfrei/Wikimedia Commons

Abstract / DOI

Ehre sei Gott in der Höhe. Die Musik der Engel – und was Komponisten von Gustav Mahler bis Olivier Messiaen aus ihr machen. Der Beitrag zeichnet die Entwicklung der Vorstellung von Engelsmusik von den biblischen Quellen bis zur modernen Kunstmusik nach. Von der alttestamentlichen, furchteinflößenden Geräuschhaftigkeit führt die Johannesapokalypse zur Idee einer himmlischen Liturgie, die im Gesang der Engel mit der irdischen korrespondiert – eine Verbindung, die bis heute im Gloria und Sanctus nachklingt. Aus dem faszinierenden und schrecklichen Geräusch wird so allmählich Gesang; Instrumente treten jedoch erst später hinzu. In der Bildtradition vollzieht sich dabei ein Wandel von symbolischen Attributen hin zu ensemblehaften Aufstellungen, die die irdische Musizierpraxis spiegeln. Umgekehrt findet die Musik der Engel erst eigentümlich spät, um 1900, Eingang in die irdische Musik. Werke von Fauré, Mahler, Elgar, Hindemith, Messiaen und Britten greifen unterschiedliche Traditionen und Klangvorstellungen auf und deuten sie neu. Engelsmusik erscheint dabei als musikalische Chiffre für Transzendenz in einer säkularen Welt.

Glory to God in the Highest. The Music of the Angels – and what Composers from Gustav Mahler to Olivier Messiaen Have Made of It. This article traces the development of the concept of angelic music from biblical sources to modern art music. From the Old Testament’s terrifying soundscape, the Book of Revelation leads to the idea of a heavenly liturgy in which the angels’ singing corresponds to that on earth – a connection that still resonates today in the Gloria and Sanctus. Thus, the fascinating and terrifying noise gradually becomes song; instruments, however, are only introduced later. In the pictorial tradition, a shift takes place from symbolic attributes towards ensemble-like arrangements that mirror earthly musical practice. Conversely, the music of the angels found its way into earthly music rather late, around 1900. Works by Fauré, Mahler, Elgar, Hindemith, Messiaen and Britten draw on different traditions and concepts of sound, reinterpreting them. Angelic music thus appears as a musical cipher for transcendence in a secular world.

DOI: 10.23769/communio-55-2026-228-235

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