Echte Lösungen
Zum Kommentar „Ein sozialer Weckruf“
Die Meinung des Autors ist eine komplette Verharmlosung politisch extremer Auswüchse in unserem Land. Die Engführung auf das verfangende Aushängeschild der Wohnungsnot trifft zwar den nächstenliebenden Kern eines wohlmeinenden Christenmenschen, hat aber mit christlicher Soziallehre rein gar nichts zu tun. Wer Extremen (egal welcher Couleur) einen „sozialen Weckruf“ bescheinigt, ist blind für die Realitäten.
Jürgen Drewes, Kall
Der angespannte Wohnungsmarkt belastet viele Menschen. Doch geht es darum, das Problem zu lösen oder es politisch zu instrumentalisieren, wie es die Linke in Berlin erfolgreich vorführt? Der wirkliche „soziale Weckruf“ lautet für mich: Schaffen wir es, durch eine Bewertung der Lage mit Sachverstand und die notwendige mühsame Detailarbeit nachhaltige Lösungen zu schaffen? Das wäre mein – vielleicht altmodisches – Verständnis von christlicher Verantwortung und angewandter Soziallehre.
Thomas Michalski, Hildesheim
Wenn die Parteien der Mitte jahrelang Grundbedürfnisse wie bezahlbares Wohnen nicht ausreichend sicherstellen, wachsen die Ränder. Beim Vorhaben der Linken und dem Berliner Volksentscheid geht es nicht um Sozialismus oder das kleine Häuschen von Oma, sondern um Großkonzerne, die Gebäude leer stehen oder verfallen lassen und teils Altmieter mit Gewalt vertreiben. Und solche Heuschrecken wollen manche schützen, ernsthaft?
Norbert Müsch, Rees
Vielen Dank für den Kommentar. Er zeigt, dass Christ in der Gegenwart auf der Höhe der Zeit ist. Klar müssen die Linken ihr Verhältnis zu Antisemiten klären, das machen sie gerade. Aber nicht jeder Einsatz für Palästina ist gleich antisemitisch.
Thomas Becker, Freiburg
Bis heute
Zum Artikel „Der Vernunft eine Schneise“
Zwar hat sich Friedrich Spee entschieden dem Hexenwahn und der Menschenverachtung entgegengesetzt, doch sind bis heute Menschen immer wieder neu der Tatsachenverdrehung, Verleumdung oder Vorverurteilung ausgesetzt.
Klaus Beurle, Würzburg
„Überall wird das Gift des leichtfertigen Aburteilens ausgestreut ...“ Eine solche Kritik ist auch heute angebracht, wenn man Brandmauern errichtet, um unliebsame Personen in politischen wie auch kirchlichen Bereichen auszuschließen.
Robert Große Liesner, Münster
Kennenlernen
Zum Interview der Woche
Dem Wunsch unserer Bildungsministerin, dass junge Menschen die Vielfalt des heutigen Judentums kennenlernen und Jüdinnen und Juden begegnen, kann ich nur zustimmen. Als wir in der achten Klasse im Religionsunterricht über das Judentum gesprochen haben, haben wir einen Ausflug zur Synagoge unternommen. Nachdem uns ein Gemeindemitglied einiges vom Judentum grundsätzlich und zum Leben der jüdischen Gemeinde vor Ort erzählt hat, haben meine Mitschüler und ich eine ganze Reihe interessierter Fragen gestellt.
Robert Große Liesner, Münster
Dimensionen
Zum Zeitgang „Wer besucht Hiob im Krankenzimmer?“
Hervorragend beschreibt Christian Prinz die innere Logik des Systems Krankenhaus, in dem die Fragen hinter den Fragen keinen Platz haben – und ebenso den Dienst der Seelsorge darin, „für das dazusein, wofür niemand zuständig ist“. Wäre ich noch aktiv als Krankenhausseelsorgerin tätig, dann würde ich den Artikel dieses Arztes sowohl meiner ehemaligen Krankenhausleitung als auch den Personalverantwortlichen im Bistum wärmstens zu lesen empfehlen…
Birgit Kiefer (online)
Seit über 15 Jahren bin ich als Klinikseelsorgerin tätig. Aus meiner Sicht sollte Seelsorge nicht erst dann hinzugezogen werden, wenn medizinische Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Krankheit betrifft den Menschen in seiner körperlichen, psychischen und spirituellen Dimension. Diese Dimensionen sind nicht voneinander zu trennen, wenn es um eine ganzheitliche Begleitung von Menschen in Krankheit und Krisen geht.
Sr. Veronika Sube, Tutzingen