Bei einem Verhör durch die Stasi sei ihr klar geworden, dass jemand aus ihrer Studenten-WG wohl Informationen weitergegeben hat, erzählte meine Tante, die in der DDR aufgewachsen ist, bei einer Familienfeier. Als dann später alle Archive geöffnet wurden, hätte sie vielleicht herausfinden können, wer von ihren Freunden der Spitzel war. Aber sie hat sich dagegen entschieden. „Man muss nicht alles wissen.“ Dieser Satz kam mir jetzt in völlig anderem Zusammenhang wieder in den Sinn. Kerstin Schlögl-Flierl schreibt über die immer öfter genutzten Pränataltests. Dabei beschäftigt sie sich auch mit dem „Recht auf Nichtwissen“.
Unsere Autorin Elisabeth Peeters stellt die ganz grundsätzliche Frage, was der Unterschied zwischen Wissen und Glauben ist – und ob beide tatsächlich Gegensätze sein müssen. Aber was ist zu tun, wenn die eigene Familie, die Kinder und Enkel vom Glauben nichts mehr wissen wollen? Dieser Frage geht Wunibald Müller in seinem Buch Enkel ohne Gott? nach. Helmut Jaschke hat es für uns besprochen. Wir wünschen eine lohnende Lektüre, ganz gleich, ob Sie am Ende neues Wissen oder etwas für den Glauben Entscheidendes für sich herausziehen – oder beides.