Mosaike sind eindrucksvolle Kunstwerke, weil man sie auf zwei Arten bestaunen kann. Wer nah herantritt, sieht die kunstvoll verarbeiteten, aufeinander abgestimmten kleinen Steinchen. Wer ein paar Schritte zurückmacht, sieht das Bild, das sie ergeben. Und beides kann schön sein. In dieser Ausgabe geht es immer wieder um prächtige Oberflächen – und um Menschen, die sich die Mühe machen, näher heranzutreten, und die Dinge im Detail zu betrachten. Stephan Wahl wählt das Bild eines zerfallenden Mosaiks, aus dem Steine entfernet werden, wenn er über Jerusalem schreibt, die Stadt, in der er seit acht Jahren lebt.
Auch Pablo Picasso hat in seinem so hoch produktiven Künstlerleben mit Mosaiken experimentiert, obwohl man ihn natürlich besser für seine kubistischen Gemälde kennt. Eine Ausstellung beleuchtet jetzt die religiöse Seite seines Schaffens. Denn auch hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Johanna Beck hat schließlich einen Podcast über den Priester und Mosaik-Künstler Marko Rupnik gehört, dem inzwischen wiederholter sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Wir wünschen eine lohnende Lektüre – im Großen wie im Kleinen!